Die Geschichte der NSDAP

Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) wurde am 1. Dezember 1933 durch Gesetz zur alleinigen politischen Organisation des deutschen Volkes erklärt und war Körperschaft des öffentlichen Rechts. Das Symbol und Abzeichen der Partei bildete das Hakenkreuz. Als einzige staatsführende Organisation, mit allen Rechten und Pflichten, war sie die Willensträgerin und ausschließliche Trägerin der politischen Willensbildung im Deutschen Reich. Dem Grunde nach handelte es sich um eine reine Widerstandsbewegung bzw. war sie in der Weimarer Republik eine breite Sammlungsbewegung der nationalen Opposition. Im angebrochenen Dritten Reich wurde die Partei und das Staatswesen zu einer Einheit und der Führerstaat wurde geschaffen.

Die NSDAP wurde 1945 mit allen ihren Untergliederungen durch die Siegermächte als „verbrecherische Organisation“ verboten und aufgelöst, ihr Vermögen beschlagnahmt. 1949 wurde in der Bundesrepublik Deutschland jede Werbung durch Schriften, Worte oder Kennzeichen für sie verboten, was natürlich in keiner Weise mit der angeblichen Meinungsfreiheit in der BRD zu vereinbaren ist.

Entstehung und Entwicklung (1919 bis 1933)

Der am 5. Januar 1919 in München von dem Schriftsteller Harrer gegründeten Deutschen Arbeiterpartei schloß sich Adolf Hitler als 7. Mitglied an. Erst durch ihn wurde sie aus völliger Bedeutungslosigkeit zu einer machtvollen Bewegung entwickelt. Hitler übernahm den Vorsitz förmlich erst am 29. Juli 1921, doch trat er schon am 24. Februar 1920 zum erstenmal in einer Massenversammlung im Festsaal des Hofbräuhauses in München vor breiter Öffentlichkeit und entwickelte dort die Ziele der nunmehr NSDAP genannten Bewegung (25-Punkte-Programm). Zunächst wurde München zu einem starken Stützpunkt ausgebaut; nur langsam fasste die NSDAP in ganz Bayern Fuß, dann auch in Mittel- und Norddeutschland.

Am 8./9. März 1923 übernahm Hitler als Führer des Deutschen Kampfbundes, der außer der NSDAP die Bünde Oberland und Reichskriegsflagge vereinigte, zusammen mit General Ludendorff in München einen Umsturzversuch. Die Erhebung mißglückte, 16 Nationalsozialisten starben und die Partei wurde – zusammen mit der KPD und der Deutschvölkischen Freiheitspartei durch General Hans von Seeckt verboten, das gesamte Parteivermögen konfisziert, die Geschäftsstelle in München geschlossen und Hitler zu Festungshaft verurteilt. Das veranlaßte die nun verbotene NSDAP, anläßlich der Reichstagswahlen 1924 Wahlbündnisse mit der Deutschvölkischen Freiheitspartei einzugehen. Nach seiner Entlassung aus der Festungshaft im Dezember 1924 löste Adolf Hitler die NSDAP aus dem Bündnis und begann mit der Reorganisation zu einer Führerpartei mit dem Ziel einer legalen Machtübernahme. Nach dem vorübergehenden Verbot der NSDAP kam es im Februar 1925 zu ihrer Neugründung, aus deren Anlaß Adolf Hitler im Bürgerbräukeller eine legendäre Rede hielt. Am 21. August 1925 kam es danach auch zur Gründung des Trägervereins der NSDAP.

In der Zeit bis zu den Reichstagswahlen 1928 war die NSDAP nur eine von mehreren antisemitisch-völkischen Parteien, zeigte aber spätestens bei der Reichstagswahl ihre herausragende Stellung innerhalb dieses politischen Spektrums. 1929 erlangte die Partei durch gemeinsame Agitation mit der DNVP und dem Stahlhelm im Rahmen der Kampagne gegen den Young-Plan reichsweite Aufmerksamkeit. Die vielgelesenen Zeitungen des deutschnationalen Großverlegers Alfred Hugenberg machten die NSDAP und besonders Adolf Hitler überall im Reich bekannt, obwohl die Kampagne selbst im Dezember 1929 mit nur 15% Zustimmung scheiterte. Finanziert wurden diese und die folgenden Agitationen und Wahlkämpfe weniger durch Spenden aus Hochfinanz und Großindustrie, die vom „Sozialismus“ im Parteinamen abgeschreckt wurde und lieber DVP und DNVP unterstützten (einzelne nationalsozialistische Schwerindustrielle wie Fritz Thyssen und Emil Kirdorf waren eine Ausnahme).

Bei den Reichstagswahlen am 14. September 1930 wurde die NSDAP mit lediglich 18,3% der abgegebenen Stimmen zweitstärkste Partei hinter der SPD. Bereits im Januar 1930 trat die NSDAP in Thüringen (siehe: Baum-Frick-Regierung) und im weiteren Verlauf des Jahres dann in Braunschweig in Koalitionsregierungen ein – allerdings ohne großen Erfolg. Trotz der Regierungsbeteiligungen wurde sie weiterhin als Opposition gegen das System der Weimarer Republik wahrgenommen. Die Forderungen der noch vom nostalgisch verklärten Kaiserreich geprägten Eliten in der Wirtschaft (Forderungen nach Abbau des Sozialstaates durch den Reichsverband der Deutschen Industrie), im Militär (Forderung nach Wiederaufrüstung und erneutem Bedeutungsgewinn) sowie in der Beamten- und Richterschaft (Absicherung ihrer Position in einem starken nationalen und autoritären Staat) liefen auf die Beseitigung des „Gewerkschaftsstaates“ und damit letztlich der demokratischen Weimarer Republik hinaus.

m Oktober 1931 verbanden sich auf Drängen Hitlers und Alfred Hugenbergs die NSDAP und die DNVP mit anderen nationalistischen Verbänden zur Harzburger Front als Gegner der Weimarer Republik. 1932 schaffte Hindenburg seine Wiederwahl zum Reichspräsidenten erst im zweiten Wahlgang gegenüber Hitler, bei den Landtagswahlen in Preußen, Bayern, Württemberg und anderen Reichsländern erzielte die Partei deutliche Erfolge und wurde bei den Reichstagswahlen am 31. Juli 1932 auch stärkste Partei im Reichstag. Zwar durchlief die Partei 1932 eine schwere Krise, welche in den Misserfolgen bei der Reichstagswahl am sechsten November gipfelte, doch konnte sie sich wieder erholen. Die Trendumkehr gelang bei der Landtagswahl im Januar 1933 in Lippe: 1933 zählte die NSDAP schon 850.000 Mitglieder. Die Wahlerfolge sind auf die erfolgreiche Mobilisierung von Nichtwählern zurückzuführen, welche den bis dahin regierenden Parteien nicht mehr zutrauten, die Weltwirtschaftskrisezu überwinden.

Reichspräsident Hindenburg hegte eine tiefe persönliche Abneigung gegen den „böhmischen Gefreiten” Hitler, der außerdem nicht bereit war, sich mit weniger als der Reichskanzlerschaft zufrieden zu geben. Er übergab die Macht zunächst nacheinander an von Papen und von Schleicher, die Präsidialkabinette bildeten. Der zunehmende Druck aus ndustrie- und Militärkreisen, vor allen Dingen aber aus den Kreisen der Landwirtschaft (Reichslandbund) sowie die rasante Destabilisierung der Weimarer Republik veranlassten ihn dennoch, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen und ihn mit der Bildung einer Koalitionsregierung aus DNVP und NSDAP zu beauftragen. Am 30. Januar 1933 führte dies zur formal legalen Machtübergabe.

Am 1. Mai 1933 wurde eine Mitgliedersperre verfügt, die bis zum 30. April 1937 währte.

Bei den neuen Reichstagswahlen am 5. März erhielt die NSDAP 288 Sitze, und in rascher Folge kam nun die nationalsozialistische Revolution überall im Deutschen Reich zum Durchbruch und zum vollen Sieg. Die NSDAP selber wurde am 1. Dezember 1933 durch Gesetz zur alleinigen politischen Organisation des deutschen Volkes erklärt und war Teil Körperschaft des öffentlichen Rechts mit eigener Gerichtsbarkeit über ihre Mitglieder.

Der linke Flügel der NSDAP

Innerhalb der NSDAP gab es einen sogenannten linken Flügel, der sich um die Brüder Gregor Strasser und Otto Strasser sammelte und radikal-sozialistische Forderungen vertrat. Dies hatte zur Folge, daß sich die NSDAP spätestens beim Bamberger Parteitag in zwei programmatische Flügel teilte. Der „linke“ Flügel sammelte sich im Norden um die Strasserbrüder und der „rechte“ im Süden um Adolf Hitler.

Adolf Hitler, der es stets verstanden hatte, verschiedenste Weltanschauungen innerhalb der NSDAP zu sammeln, sah sich nun nach seiner Rückkehr aus der Festung Landsberg einem starken linken Flügel gegenüber, welcher allzuoft nicht mit ihm konform ging. Von diesem Zeitpunkt an kam es häufig zu Flügelkämpfen in der Partei. Trotz der unterschiedlichen Auffassung der Außenpolitik oder konträren Forderungen in wirtschaftlichen Belangen, hielten beide Führer, Gregor Strasser sowie Adolf Hitler, einen Bruch für inopportun. Otto Strasser, ehemaliges SPD-Parteimitglied, der 1925 der NSDAP beitrat, war gebildeter, intelligenter und wendiger als sein Bruder Gregor. Auf der Bamberger Führertagung der NSDAP am 14. Februar 1926 schlug sich Joseph Goebbels, der „aufs tiefste beeindruckt“ von Hitlers Rede war, nun endgültig auf die Seite der Münchner. Gregor, der seit jeher aus persönlichen Gründen am charismatischen Hitler festgehalten hatte, nahm an jenem Tag alle Abstimmungen stillschweigend hin. Seinem Ansehen und dem gesamten „linken“ Flügel der Partei fügte das einen erheblichen Schaden zu. Von nun an sammelte der „rechte“ Flügel der Partei immer mehr Anhänger und schoß nun immer härter gegen die politische Ausrichtung der „Strasserleute“. Doch die Strasserbrüder und ihr Umfeld (insbesondere Herbert Blank, Richard Schapke und Eugen Mossakowky) ließen nicht locker und publizierten in ihrem 1926 gegründeten Kampf-Verlag weitere Schriften. Besonders Otto Strasser trat als scharfer und unverhohlener Kritiker Hitlers hervor und ließ sich trotz wachsender Feindseligkeiten nicht von seinen nationalbolschewistischen Standpunkten abbringen. Hitler, der gezwungen war zu handeln, stellte Otto Strasser zur Rede, um den schwelenden Konflikt zu bereinigen. Doch statt der Versöhnung kam es zum endgültigen Bruch zwischen beiden. Strasser bereitete nun seinen Ausstieg aus der Partei vor. So konnte man am 4. Juli 1930 in den Berliner Zeitungen lesen: „Die Sozialisten verlassen die NSDAP“. Knapp 30 Personen der NSDAP befanden sich unter den Erstzeichnern der Erklärung.

Der Plan Strassers, einer „Unabhängigen Nationalsozialistischen Partei“ scheiterte an dem Zögern für ihn wichtiger Personen wie Gregor Strasser, Graf Ernst zu Reventlow oder dem ostpreußischen Gauleiter Koch. Otto Strasser gründete nun gemeinsam mit Major Buchrucker und Herbert Blank die „Kampfgemeinschaft Revolutionärer Nationalsozialisten“ und schuf mit den „Vierzehn Thesen der deutschen Revolution“ ein weltanschauliches Programm. In seinem Werk „Aufbau des Deutschen Sozialismus“ (1932 verfaßt, 1936 ergänzt) legte Otto Strasser die Richtlinien für ihre nationalbolschewistische Weltanschauung fest. Trotz besserer Organisation und steigender Mitgliederzahlen, konnte die, durch Beitritt einiger nationalrevolutionärer Kleingruppen zur „Schwarzen Front“, vergrößerte Bewegung keine nennenswerten Erfolge mehr erzielen. Strassers Hoffnung, die alten Mitkämpfer der Partei auf Berufung auf das „unveränderliche Programm der NSDAP“ aus der Partei herauszubrechen und auf seine Seite zu ziehen, mißlang. Die Aufdeckung des geplanten Röhm-Putsches setzte den letzten verbliebenen Kräften des linken Flügels der NSDAP ein Ende.

Aufbau der Partei

Gemäß Führergrundsatz übernahm der Führer für Partei und Staat die höchste Verantwortung. Personelle Entscheidungen in der obersten Führungsriege von Partei und Staat (z.B. Reichsminister, Reichsstatthalter, hohe SA- und SS-Führer, Reichsleiter, Gauleiter, Reichskommissar) wurden nur durch ihn getroffen. Die Entscheidungskompetenzen gab Hitler auf die jeweiligen nachgeordneten Entscheidungsträger ab; es kam nur selten vor, daß er Entscheidungen zu Einzelproblemen an sich zog. Generell konnten die entsprechend beauftragten Personen sowie Sonderbevollmächtigten nach eigenen Ermessen entscheiden; es sei denn, sie trauten sich selbst in einem bestimmten Fall eine eigene Entscheidung nicht zu. Personen, die Vollmachten oder Befugnisse innehatten, mußten mit Gremien usw. keine Übereinstimmung herbeiführen. Mit dem Führergrundsatz wurde schlagfertig, schnell und mit geringem bürokratischen Aufwand gehandelt.

Der Führer wurde vertreten durch Rudolf Heß als Stellvertreter des Führers (ernannt am 27. April 1933). Der Führer, der Stellvertreter des Führers und die 18 Reichsleiter bildeten die Reichsleitung der NSDAP, die ihren Sitz in München hat.

Gebietliche Struktur

Die gebietliche Struktur der NSDAP innerhalb des Deutschen Reiches gliederte sich zunächst in Gaue mit Gauleitung und Gauleiter. Diese wurden in Kreise mit Kreisleitung und Kreisleiter unterteilt, denen wiederum die jeweiligen Ortsgruppen mit Ortsgruppenleitung und Ortsgruppenleiter unterstanden. Auf dem Lande umfaßte eine Ortsgruppe eine oder mehrere Gemeinden und in Städten Stadtteile bzw. Stadtviertel. Den Ortsgruppen waren Stützpunkte mit Stützpunktleitung und Stützpunktleiter, letzteren Zellen mit Zellenleitung und Zellenleiter untergeordnet; auf unterster NSDAP-Strukturebene waren jeweils vier bis acht Blocks mit Blockleitung und Blockleiter untergliedert. Die Beschlußfassungen in den gebietlichen Instanzen erfolgte durch Anwendung des Führergrundsatzes (vergleiche auch Germanische Demokratie). An der Spitze dieser Hoheitsgebiete stehen die Hoheitsträger bzw. die politischen Leiter.

Hoheitsträger Hoheitsgebiete
Der Führer Das Reich
Gauleiter Gau
Kreisleiter Kreis
Ortsgruppenleiter Ortsgruppe
Stützpunktleiter Stützpunkt
Zellenleiter Zelle
Blockleiter Block

Schulwesen

Über die Volksschulen, Mittelschulen und Höhere Schulen wurde die Vermittlung einer Allgemeinbildung für die Bevölkerung gewährleistet. Zusätzlich zu diesem Grundangebot wurden im Sinne der Förderung der nationalsozialistischen neuen Elite besondere, von unterschiedlichen Flügeln des Nationalsozialismus getragene nationalsozialistische Ausleseschulen gegründet. Besondere Bedeutung kam den Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (NPEA, volkstümlich „Napola“) zu. Des Weiteren gab es die Adolf-Hitler-Schulen, die Reichsschule der NSDAP, die SS-Junkerschulen und die weiterführenden Ordensburgen. Zur Erziehung im nationalsozialistischen Sinn sollten auch die Deutschen Heimschulen als Internatsschulen beitragen, die vor allem ab 1942 eingerichtet wurden. Zu ihnen gehörte die Deutsche Heimschule Schloß Iburg. Napolas und die ganz ähnlichen Adolf-Hitler-Schulen mögen weltanschauliche Kaderschmieden gewesen sein, vor allem aber ermöglichten sie Kindern aus ärmlichen Verhältnissen den schulgeldfreien Zugang zur höheren Bildung. Das gehörte zum Programm der NSDAP wie im Übrigen auch die für die Nachkriegszeit beabsichtigte Abschaffung der Studiengebühren. Nüchtern gesprochen dienten die Napolas der staatlichen Förderung begabter, jedoch sozial benachteiligter Kinder. Nach dem Willen des Führers sollte von dort aus selbst „der ärmste Junge zu jeder Stellung emporsteigen“ können, sofern er das geistige Zeug dazu hatte. Ein nicht unerheblicher Teil der späteren deutschen Elite – etwa Alfred Herrhausen – erhielt in einer solchen Schule die entscheidende Chance.“[1]

Öffentlichkeitsaufklärung

Das Hauptartikelblatt der NSDAP war der „Völkische Beobachter“, herausgegeben vom Franz Eher Verlag (Zentralverlag der NSDAP). Die Reichspropagandaleitung der NSDAP gab die „Parole der Woche“, eine Wandzeitung zur Volksaufklärung heraus.

Vorsitzende

  • Anton Drexler (24. Februar 1920 bis 29. Juli 1921) danach Ehrenvorsitzender
  • Adolf Hitler (29. Juli 1921 bis 30. April 1945)

Gliederungen der NSDAP

Organisation der NSDAP.gif

Der Partei waren folgende Organisationen angegliedert:

  • Bund Deutscher Mädel (BDM)
  • Hitler-Jugend (HJ)
  • Nationalsozialistischer Deutscher Dozentenbund (NSDDB) –
  • NS-Deutscher Studentenbund (NSDStB)
  • NS-Frauenschaft (NSF)
  • Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps (NSKK)
  • NSDAP/AO – Auslandsorganisation
  • Schutzstaffel (Allgemeine und Waffen-SS)
  • Sturmabteilung (SA)

Einige Organisationen hatten aber eine eigene Rechtspersönlichkeit und eigenes Vermögen. Sie waren auch der Partei angeschlossen, wie zum Beispiel:

  • Reichsbund der Deutschen Beamten
  • Deutsche Arbeitsfront (DAF)
  • NS-Deutscher Ärztebund (NSDÄB)
  • Nationalsozialistischer Rechtswahrerbund (NSRB)
  • NS-Kriegsopferversorgung (NSKOV)
  • NS-Lehrerbund (NSLB)
  • Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV)
  • Reichsarbeitsdienst (RAD)

Mitglieder

Mitgliedszahlen

1938 wurden folgende Angaben zur Entwicklung der Mitgliederzahl zwischen 1919 und 1933 gemacht:[2]

Datum Mitglieder
Ende 1919 64
Ende 1920 3.000
Ende 1921 6.000
23. November 1923 55.787
Ende 1925 27.117
Ende 1926 49.523
Ende 1927 72.590
Ende 1928 108.717
Ende 1929 176.426
Ende 1930 389.000
Ende 1931 806.294
April 1932 1.000.000
Ende 1932 1.200.000
Ende 1933 3.900.000

Die NSDAP hatte zur Zeit der Revolution 849.009 Mitglieder (parteieigene Statistik), bis 1945 wuchs diese Zahl auf 7,5 Millionen an. Anfangs (und immer wieder) wurde versucht, die „Märzgefallenen“ (Opportunisten die sich nach der Machtübernahme, insbesondere nach dem Wahlsieg im März 1933 zur NSDAP bekannten) von der Partei fernzuhalten. Dazu wurde 1933 eine umfassende Aufnahmesperre verhängt (siehe Hauptartikel Aufnahmesperre der NSDAP).

Führende Parteimitglieder

  • Adolf Hitler (1889–1945) – seit 1921 Vorsitzender der NSDAP, seit 1933 Reichskanzler und seit 1934 „Führer und Reichskanzler“
  • Heinrich Himmler (1900–1945) – „Reichsführer“ SS ab 1929
  • Joseph Goebbels (1897–1945) – seit 1933 „Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda“, im April/Mai 1945 für zwei Tage Reichskanzler
  • Rudolf Heß (1894–1987) – von 1933 bis 1941 „Stellvertreter des Führers“ (in der Partei)
  • Hermann Göring (1893–1946) – preußischer Ministerpräsident und preußischer Innenminister, Reichsluftfahrtminister, Reichsforst- und Reichsjägermeister, Reichsmarschall
  • Joachim von Ribbentrop (1893–1946) – von 1938 bis 1945 deutscher Außenminister
  • Martin Bormann (1900–1945) – Leiter der Parteikanzlei der NSDAP mit den Befugnissen eines Reichsministers
  • Wilhelm Frick (1877–1946) – Reichsminister des Innern
  • Baldur von Schirach (1907–1974) – Reichsjugendführer der NSDAP
  • Hans Frank (1900–1946) – ab Oktober 1939 Leiter des „Generalgouvernements“
  • Ernst Röhm (1887–1934) – langjähriger Leiter der SA, ermordet im Röhm-Putsch

Weitere Mitglieder

  • Albert Forster, Gauleiter und Reichsstatthalter in Danzig
  • Reinhard Heydrich, stellvertretender Reichsprotektor für das Protektorat Böhmen und Mähren
  • Adolf Eichmann, Leiter des Referats Auswanderung und Räumung
  • Albert Speer, Reichsminister, Architekt
  • Alfred Rosenberg, Beauftragter des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP
  • Ernst Freiherr von Weizsäcker, Vater von Richard v. W. und Carl Friedrich von Weizsäcker, Staatssekretär im Auswärtigen Amt unter dem NS-Außenminister Joachim von Ribbentrop, auch Mitglied der SS
  • Walter Schultze, Facharzt, Mitglied der SS und Reichsdozentenführer
  • Edmund Veesenmayer, deutscher Gesandter und Reichsbevollmächtigter für Ungarn

Entnazifizierung

Nach dem Krieg wurde in den einzelnen Besatzungszonen eine rigorose sogenannte „Entnazifizierung“ durchgeführt. Je nach Besatzungszone geschah dies unterschiedlich:

Die Sowjetunion ging zunächst sehr radikal vor und ehemaligen NSDAP-Mitgliedern wurde verboten, öffentliche Ämter wahrzunehmen. Offiziell behielt auch die DDR diesen Kurs bei. Untersuchungen nach dem Ende der DDR zeigen jedoch, daß in der SED ein erheblicher Teil der Kader von der NSDAP übernommen worden war. Aufgrund der Überalterung der Funktionärs-Strukturen fanden sich im Jahr 1989 immer noch zahlreiche Ex-Nationalsozialisten als Funktionäre in der SED. Diese Informationen durften in der DDR jedoch nicht publiziert werden. Die DDR-Führung benutzte die NS-Verstrickungen zur Erpressung von Parteimitgliedern der SED und anderer Bürger. Zudem wurde in der DDR, um die alten Anhänger des Nationalsozialismus einzubinden, die Blockpartei Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NDPD) gegründet.

In den westlichen Besatzungszonen war das Vorgehen zunächst recht gründlich. Als allerdings der Kalte Krieg ernsthaft begann, geriet die Entnazifizierung aus dem Blickfeld. Viele verurteilte angebliche Kriegsverbrecher wurden begnadigt.

Es folgen einige Politiker oder Wirtschaftsführer aus dem nichtkommunistischen Deutschland, die nach dem Krieg in höhere Positionen gelangten oder anderweitig Bekanntheit erlangten.

  • Walter Bartram, 1950–1951 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein (CDU)
  • Gerhard Beil, 1986–1990 Minister für Außenhandel der DDR
  • Wernher von Braun, Leiter des US-amerikanischen Mondfahrt-Programms
  • Karl Carstens, auch Mitglied der SA, 1979–1984 Bundespräsident der BR Deutschland (CDU)
  • Hans Filbinger, ab 1933 Mitglied des NSDStB, 1934–1937 Mitglied der SA, 1943–1945 Militärrichter, 1966–1978 Ministerpräsident von Baden-Württemberg (CDU)
  • Friedrich Flick, Unternehmer
  • Willy Fritsch, Schauspieler
  • Arnold Gehlen, konservativer Philosoph und Soziologe
  • Hans-Dietrich Genscher, 1974–1992 Außenminister der BR Deutschland (FDP)
  • Heinrich Harrer, 1938 eingetreten, auch SS, österreichischer Forscher und Bergsteiger, sein Leben wurde im Film „Sieben Jahre in Tibet“ verfilmt
  • Walter Jens, linksliberaler Literaturhistoriker und Schriftsteller
  • Herbert von Karajan, Dirigent
  • Kurt Georg Kiesinger, 1933 Mitglied der NSDAP, 1966 bis 1969 Bundeskanzler (CDU)
  • Hans Krüger, 1963–1964 Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte (CDU)
  • Konrad Lorenz (1938 eingetreten), österreichischer Verhaltensforscher (Nobelpreis 1973)
  • Friedrich Peter (auch SS-Mitglied), 1958 bis 1978 Parteiobmann der FPÖ
  • Hans-Joachim Rehse, Richter am Volksgerichtshof
  • Anton Reinthaller, 1956 bis 1958 erster Parteiobmann der FPÖ
  • Walter Scheel, 1974 bis 1979 Bundespräsident (FDP)
  • Oskar Schindler, durch seine Beschäftigung von 1.200 Juden bekannt gewordener Unternehmer
  • Carl Schmitt, konservativer Staatsrechtler und Philosoph
  • Hans Ernst Schneider (auch SS-Mitglied), unter dem Decknamen „Hans Schwerte“ bis zu seiner Enttarnung 1995 ein angesehener Literaturwissenschaftler
  • Franz Schönhuber (auch SS-Mitglied), Gründer der Partei Die Republikaner
  • Hanns Martin Schleyer (auch SS-Mitglied), Manager, Arbeitgeberfunktionär und RAF-Opfer
  • Gerhard Schröder (1941 wieder ausgetreten), 1953–1969 Bundesminister
  • Fritz Thyssen (1933 eingetreten), Unternehmer

Einzelnachweise

  1.  http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-39613406.html
  2.  „Schlag nach!“; Bibliographisches Institut Leipzig, 1. Auflage, 1938.

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.