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Wachstum

Filed under: allgemein,Demokratie — von Volksgenosse @ ´

Wollen wir das Wachstum eines Menschen beschreiben, dann kommen wir ungefähr auf die Zahl 3,5. 50 cm groß geboren, wächst er heran auf 175 cm. Zum Glück verändern sich dabei die Proportionen, denn sonst würde sich das Gewicht ums 43fache erhöhen, aus ursprünglich 3.500 Gramm 150.000 Gramm werden. Beim Längenwachstum sind uns natürliche Grenzen gesetzt, am Körpergewicht können wir mit bewährten Methoden durchaus diese Grenzen sprengen – einfach konsequent viel und fettreich essen und jede unnötige Bewegung vermeiden, der Weltrekord liegt irgendwo jenseits der 400 kg. Wie gesund das ist, erklärt Ihnen gerne jeder Hungerhaken von Ernährungsberaterin.

Wir Menschen leben ganz eindeutig vom Wachstum. So ein Bauer steckt ein Körnchen in die Erde, daraus wächst eine Pflanze von einem Meter Höhe, die eine ganze Anzahl dieser Körnchen trägt. Diese herangewachsenen Körnchen landen als Brot in unserem Einkaufswagen. Die meisten Spanferkel überleben dieses Alter, um heranzuwachsen, bis die Schnitzel reif sind. Auch das ist ein ganz natürlicher Wachstumsprozeß.

Lassen wir jetzt mal die Biologie beiseite, die uns mit Knochenstabilität und begrenzter Muskelkraft einengen möchte. Wie groß ist ein Riese? 10 Meter? 20 Meter? 100 Meter? Also, Sie seien nun 100 Meter groß. Eine Grundausstattung Kleider und Schuhe bekommen Sie gestellt, Spenderorgane brauchen Sie derzeit keine und bei Zahnfüllungen hilft das Zementwerk aus, wenn Sie ein bißchen Werbeträger spielen. Mit 100 Metern sind Sie ums 50fache gewachsen. Leider wächst Ihr Volumen in der dritten Potenz, also ums 125.000fache, wodurch aus 75 kg Idealgewicht 9.375 Tonnen werden. Das nach der Neun ist ein Punkt, um die Tausenderstelle besser lesbar zu machen, kein Komma.

Sie sind damit ein bißchen schwer, zu schwer für Brücken, zu schwer für Straßen, zu schwer für so ziemlich alles. Ihr Kalorienbedarf hat sich ebenfalls erhöht, Sie strahlen allerdings auch weniger Wärme ab, weil Sie so groß geworden sind. Er beträgt das 50.000fache, grob geschätzt, also mindestens 100 Millionen Kalorien pro Tag. Zum Vergleich: So ein richtig großer Grizzly-Bär benötigt eine Million Kalorien, um für den Winterschlaf gerüstet zu sein. Sie dürften mit 200 Schweinen und 2,5 Tonnen Brot am Tag auskommen. Dazu müßten Sie noch 100 Kubikmeter Wasser trinken, das ist der Inhalt von acht Terrassen-Schwimmbecken.

Wie Sie aus diesen groben Abschätzungen ersehen, gibt es durchaus nachvollziehbare Gründe für die Grenzen des Wachstums. Ein 150 Meter hoher Weizenhalm, der tonnenschwere Körner auf uns herabregnen läßt, wäre ebenso unpassend, wie ein 20-Meter-Schwein, das zwar richtig große Schnitzel produziert, sonst aber kaum zu bändigen ist. 1,90 Meter bringen noch berufliche Vorteile, mit 2,25 Meter sind Sie vielleicht im Basketball-Team willkommen, Ihr Alltagsleben besteht dann bereits aus Bück-Dich-Türen, zu niedrigen Decken und zu kurzen Betten.

Das ständige Wachstum der Natur besteht aus Aussaat, Wachstum, Reife, Ernte, Brache und neuer Aussaat. Krokodile wachsen bis ans Ende ihres Lebens, doch während der längsten Zeit dieses Lebens nur noch ein paar Zentimeter pro Jahr. Auch Bäume wachsen, jedoch nicht in unendliche Höhen, sondern mehr in der Breite. Die berühmten tausendjährigen Eichen sind nicht kilometerhoch, sondern viele Meter dick geworden.

Wachstum in der Natur beginnt langsam, steigert sich zu exponentiellem Wachstum, um dann schwächer zu werden, bis zum asymptotischen, kaum noch wahrnehmbaren Wachstum. Ein beliebtes Rätsel sind die Seerosen, die sich jeden Tag verdoppeln, bis sie am 49. Tag den halben See bedecken. Am 50. Tag bedecken sie nach der mathematischen Ausgangshypothese den ganzen See, damit haben sie ihre maximale Ausbreitung erreicht. In der Realität haben sie am 50. Tag höchstens 85% bedeckt, weil die „frontfernen“ Seerosen sich nicht mehr verdoppeln können. Die vollständige Bedeckung wird also 52 Tage dauern, sich an die deckelnde Linie anschmiegen, sie nicht mit voller Kraft rammen.

Ein anderes beliebtes Beispiel ist die Insel mit viel Futter, auf die ein erstes Rentier-Pärchen gelangt. Deren Zahl wächst dann solange, bis die Population mangels Futter zusammenbricht. Im zweiten Teil kommen Raubtiere auf die Insel, die wie im Schlaraffenland Rentiere verspeisen und sich vermehren, bis sie die Rentiere ausgerottet haben und verhungern. In der Realität bildet sich fast immer ein Gleichgewicht aus, mit einigermaßen stabilen Mengen an pflanzlichem Futter, Rentieren und Raubtieren.

Haben Sie schon mal das Wort „Barchent“ gehört? Oder „Barchant“? Das war einmal DER Bekleidungsstoff in großen Teilen Europas, ein Mischgewebe, Baumwolle auf Leinenfäden. Der Handel mit diesen Weberzeugnissen hat das Vermögen der Fugger begründet. Man konnte damit reich werden, allerdings nicht reich bleiben, da der Markt schließlich gesättigt war und die Preise verfielen. Zuerst hat es die Weber getroffen, für die Barchent eher zum Hungertuch als zur Quelle des Wohlstands mißriet.

Vor 60 Jahren war der Schwarzweiß-Fernseher das Prunkstück im Wohnzimmer, 20 Jahre später der Farbfernseher. Vor zehn Jahren war der riesige Flachbildschirm noch ein Statussymbol, heute bestaunt den keiner mehr. Die Schwarzweiß-Geräte wanderten ins Kinderzimmer oder auf den Sperrmüll, die Röhrengeräte sind den gleichen Weg gegangen. Das einstmals exponentielle Wachstum hat seine Sättigungsgrenze erreicht, es gibt nur noch den Ersatzbedarf. Ich selbst bin mit meinem 21 Jahre alten Röhrenmonster immer noch zufrieden, sollte es den Geist aufgeben, werde ich es durch einen Flachbildschirm ersetzen. Ich werde es allerdings garantiert nicht rauswerfen, solange es noch funktioniert.

Solange es in Deutschland relativ leer gewesen war, haben die Deutschen viele Kinder bekommen. Inzwischen stehen wir uns gegenseitig auf den Füßen und die Kinderproduktion wurde stark zurückgefahren. Nur die Volldemokraten zeigen sich wieder einmal als Vollidioten und karren noch mehr Menschen ins übervölkerte Deutschland. Das sind allerdings jene Herrschaften, die im Hubschrauber über den Stau von uns Bodenbewohnern hinwegschweben.

Nach dem zweiten Weltkrieg lag Deutschland in Trümmern und die Deutschen hatten fast alles verloren. Die Reaktion darauf war das Wirtschaftswunder, exponentielles Wachstum, um die Verluste auszugleichen. Aus dem Mangel wurde Überfluß, und ab 1962 durften die ersten Türken an diesem Überfluß teilhaben, weil sich die Volldemokraten endlich wieder als Vollidioten aufführen konnten.

Die Volldemokraten sind in der Tonnen-Ideologie verhaftet. Dieses Jahr haben wir 1,0 Millionen Tonnen Stahl produziert, nächstes Jahr 1,2 Millionen Tonnen, übernächstes Jahr 1,5 Millionen Tonnen – das ist „solides“ Wachstum. Da klatschen die Zuhörer. Mit dem Stahl haben wir 5.000 Panzer produziert, nächstes Jahr werden es 6.000 sein und übernächstes Jahr 7.500. Oh? Jetzt klatscht keiner? Was wollen wir mit so vielen Panzern, falls wir sie nicht nach Saudi-Arabien, Indonesien oder andere potentielle Kriegsgebiete liefern?

Es funktioniert auch mit 1,0 Millionen Autos, 1,2 Millionen Autos und 1,5 Millionen Autos. Der Drang zum Zweitbuch mag ungebrochen sein, der Drang zum Zweitwagen besteht eher nicht. Die klassische Familie aus Papa, Mama und zwei Kindern konnte vier bis fünf Autos aufnehmen, die moderne Familie aus zwei Lebensabschnittspartnern, einem neurotischen Hund und einer schlechtgelaunten Katze ist mit zwei Autos bestens versorgt. Es gibt nicht einmal genug Chinesen auf der Welt, um der Autoindustrie für die nächsten Jahrzehnte ein exponentielles Wachstum zu bescheren. Die Rechnung ist relativ simpel: Von Erteilung des Produktionsauftrags bis zur Fertigstellung eines Autokäufers dauert es etwa 20 Jahre, ein Auto hingegen ist in einem Vierteljahr gefertigt. Meistens steht es allerdings schon auf irgendeiner Halde herum, ist also jederzeit verfügbar.

Wachstum hat für Volldemokraten den angenehmen Effekt, daß mehr Steuergeld zum Verschwenden in die Kasse fließt. Der geübte Volldemokrat gibt jedoch immer so viel Geld aus, daß selbst utopische Wachstumszahlen nicht ausreichen, um ohne Schulden auszukommen. Die Schulden wiederum begründet der Volldemokrat mit dem Hinweis, das seien Investitionen für zukünftiges Wachstum.

Um es noch einmal zusammenzufassen: Wir brauchen Wachstum, um jene Schulden zu tilgen, die wir aufnehmen, um weiteres Wachstum zu generieren. In den 5.000 Jahren der Geschichtsschreibung hat dieses Verfahren kein einziges Mal geklappt, aber das ist egal, Geschichten interessieren die Volldemokraten nur aus den Jahren 1933 bis 1945, und da war sowieso alles falsch und voller schlechter Beispiele.

Wir haben inzwischen die Möglichkeit, Scheinwachstum zu generieren. Eine Million Tonnen Stahl sind eine Million Tonnen Stahl, da beißt die berühmte Maus keinen Faden ab. Man kann vielleicht ein bißchen an der Qualität des Stahls herumfummeln, doch das geht nur begrenzt. Deshalb verwendet die Politik lieber das „Brutto-Inlands-Produkt“, kurz BIP, das den Wert aller im Inland fabrizierten Güter und Dienstleistungen angibt. Der kritische Begriff dabei ist Wert. Im Gegensatz zu einer Tonne = 1.000 Kilogramm ist Geld ein Euro = 100 Cent NICHT physikalisch verbindlich festgelegt. Was geschieht, wenn genau gleich viele Güter und Dienstleistungen erbracht wurden, also keine zählbare Mehrproduktion stattgefunden hat, der Wert des Geldes jedoch um zehn Prozent verringert wurde? Wir haben ein horrendes Wachstum von über elf Prozent eingefahren! Ist das nicht großartig?

Ebenfalls eine Quelle unendlicher Wunder ist der Export. Wir verkaufen 500.000 Autos und bekommen dafür keinen einzigen Cent, sondern nur Schuldscheine. Wir haben also absolut nichts verdient. Im BIP stehen diese 500.000 Autos als produziert und damit als Beitrag zum Wachstum. Damit wir das Geld dafür auch wirklich nicht bekommen, haben sich ganz schlaue Leute Dinge wie „Target 2“ ausgedacht, die den Horizont der Volldemokraten bei weitem übersteigen und deshalb von diesen Dumpfbacken ganz einfach abgenickt werden.

Wenn wir nächstes Jahr eine Million Autos produzieren, diese nach Polen schaffen und dort mit Autoschlüsseln und Papieren auf den Parkplätzen zur allfälligen Bedienung für die Eingeborenen abstellen, dann haben wir Wachstum generiert! Buddeln wir ein tiefes Loch, um daneben eine Pyramide aufzurichten, sorgt das für Wachstum. Alternativ wäre ein Großflughafen, der nie fertig wird, oder ein unterirdischer Bahnhof, aber wie man in Ägypten sieht, überdauern Pyramiden Jahrtausende und sind damit haltbarer als jeder Flughafen oder Bahnhof.

Dienstleistungen, die im BIP zum Wachstum beitragen, müssen keinerlei Sinn erfüllen. Diese ganzen linksgrünen Unsinnspöstchen wie Gleichstellungs-, Integrations-, Ausländer-, Gender-, Restmüll-, Steuerverschwendungs- und Bürgerverärgerungs-Beauftrager produzieren nur bedrucktes Papier für die Recycling-Tonnen, sind vollkommen überflüssig, tragen aber zum BIP bei. Und zur Staatsverschuldung, denn deren Gehälter werden zwar bezahlt, aber nirgendwo erwirtschaftet. Wenn Sie also hören, daß Schulden Wachstum erkaufen, denken Sie an Gleichstellungsbeauftragte und Autogeschenke an Ausländer, dann wissen Sie, was darunter zu verstehen ist.

Sämtliche Produktivitäts-Gewinne seit der sogenannten Wiedervereinigung sind abgeschöpft und im Ausland verschwendet worden. Dies läßt sich der lapidaren Meldung entnehmen, daß die Reallöhne seit 1989 stagnieren. Unterm Strich ist das einer der größten Raubzüge der Welt, dem die deutschen Arbeiter zum Opfer gefallen sind, denn in diese Reallöhne gehen sowohl die Bezüge der Leiharbeiter mit ein, für die ein eigener Niedriglohnsektor geschaffen wurde, als auch die unverschämt angewachsenen und durch keinerlei Leistung oder Fähigkeiten begründeten Zahlungen an die Manager. Der einfache Tarifarbeiter ist zum abgesicherten Privilegierten geworden, dem trotz dieser Privilegien der Lohn gekürzt worden ist.

Wir Deutsche haben zunächst für die Sanierung der Straßen in der vormaligen DDR gearbeitet, das war soweit in Ordnung. Danach ist der Solidarbeitrag geblieben, und wir haben Straßen in Israel, in Spanien, in Griechenland und in Frankreich bezahlt. Jetzt haben die dort Prachtstraßen und wir hier Schlaglochpisten, aber dafür helfen wir seit Jahren Banken, gerne weltweit, und noch lieber völlig überflüssig, indem wir dafür sorgen, daß die Wetten von Goldman-Sucks aufgehen und prächtige Gewinne abwerfen.

Hey, auch das ist Wachstum! Im BIP steht ja nirgendwo, daß die erwirtschafteten Werte im Inland zu verbleiben hätten. Das wird zwar suggeriert, ist aber nicht der Fall. Dafür, daß uns von unserer Arbeit nichts übrig bleibt, haben wir schließlich die Volldemokraten, die Regierung gegen Deutschland und alles Deutsche.

Wir könnten durchaus von der Natur lernen, genaues Hinschauen reicht. Wobei dieses Wir natürlich die Volldemokraten ausschließt, die sind gegen jegliches Dazulernen resistent.

Die tausendjährige Eiche habe ich schon aufgeführt, die nicht noch weiter in die Höhe wächst, dafür in die Breite. Volldemokraten leiten daraus höchstens ab, daß jemand, der sein Längenwachstum abgeschlossen hat, von nun an nur noch Speck ansetzt, vor allem im eigenen Geldbeutel. Tatsächlich ist die Lehre eine ganz andere: Wenn wir den einen Bedarf gedeckt haben, sollten wir uns in eine andere Richtung entwickeln.

Die Tonnen-Ideologie des immer mehr, immer noch mehr, führt letztlich zur Zerstörung der Lebensgrundlagen. Wenn wir die Insel mit den Rentieren bemühen wollen, sind wir jetzt beim Schlaraffenland der Raubtiere: Bankganoven, Politiker, Manager – sie alle plündern uns aus, leben von dem, was sie uns wegnehmen. Die Gesetze beschließen sie selbst, in den Gerichten haben sie willige Helfer, und die hohen Beamten profitieren derart umfassend von diesem System, daß sie alles dafür tun, daß sich ja nichts daran ändert. Wir, die ehrlichen Bürger, sind Schafe, die immer wieder geschoren und bei Bedarf geschlachtet werden. Wir dürfen ein bißchen meckern und hin und wieder unser Kreuzchen machen, ansonsten haben wir willig zu grasen und dem Hirten zu folgen.

Ja, wir brauchen einen Kühlschrank, einen Fernseher, einen Herd, ein paar Kleider, ein Auto – wobei es natürlich Puristen und Asketen gibt, die darauf verzichten, doch die will ich hier nicht ansprechen. Wenn wir alles haben, was uns das Leben angenehm macht und erleichtert, sind wir ausgestattet. Die Raubtiere haben zwar dafür gesorgt, daß all die schönen Dinge früher kaputt gehen als nötig, doch das nehmen wir erst einmal hin. Es ist jedoch unsere eigene Fehlentscheidung, wenn wir den Raubtieren folgen und Dinge wegwerfen, die noch funktionieren, nur weil uns die Raubtiere einreden, wir müßten das tun.

Mein Handy kann nur telephonieren und es ist fast immer ausgeschaltet. Ich brauche kein Smartphone, und ich brauche erst recht kein Smartphone der allerneuesten Generation. Mein Fernseher erzählt mir tagtäglich, wie furchtbar die Juden gelitten haben und daß die Nazis allesamt böse gewesen sind. Dafür brauche ich keinen neuen HD-3D-Flachbildschirm, das kann das alte Röhrenmonster genauso. Mein Kühlschrank, vor Jahren gekauft, hat meines Wissens A+. Warum den rauswerfen und ein A+++ kaufen? Das alles wird uns unablässig eingeredet, um das Wachstum zu fördern.

Es ist das Wachstum in die Höhe, das die weise gewordene Eiche weitgehend eingestellt hat. Wer sinnlos konsumiert, sorgt nur dazu, daß bei Anderen die Kontostände wachsen. Davon haben wir nichts, denn diese Reichen tun alles, um uns arm zu halten und zu unterdrücken.

Wir können jedoch jederzeit weiter wachsen, und das unbegrenzt! Das geistige Wachstum, das Wachstum zur Weisheit, wird nirgendwo erfaßt, es steht nicht im BIP. Wenn unsere Produktivität ausreicht, um alle Aufgaben in 30 Wochenstunden zu erledigen, warum 40 oder mehr Stunden arbeiten? Für schönere Straßen in Griechenland? Für größere Bonuszahlungen an der Wall-Street? Zur Rettung der Banken? Für unsere ach so innig geliebten Politiker?

Jeder denkt nur an sich… Haben Sie diesen Satz schon gehört? Natürlich, vermutlich sogar selbst gesagt. Er hat seine Berechtigung, und doch enthält er zwei Begriffe, die leider nie verstanden werden: „denken“ und „an sich“. Oh, gewiß, wenn ich von der C-Klasse zur E-Klasse und schließlich zur S-Klasse aufsteige, habe ich ganz bestimmt an mich gedacht. Oder? Nein, ich habe konsumiert, mehr nicht. Ich habe keinen einzigen Gedanken für mich selbst verwendet, sondern nur die lieben Mitmenschen mit meinem Auto darüber hinweggetäuscht, wie armselig und leer es in mir aussieht.

Wachstum, wahres Wachstum, führt zur Reife. Wenn mein Auto einen Meter länger geworden ist, bin ich dadurch keinen Nanometer gewachsen oder gar gereift. Wenn ich die ganze Welt bereist habe, ohne mich selbst zu finden, habe ich viel gesehen, aber trotzdem keinen weiteren Horizont. Ich habe nur Geld verschwendet und konsumiert. Wenn ich berichten kann, wie in Burma das Essen schmeckt und welche Autos die dort fahren, kann ich meine Mitmenschen mit Anekdoten unterhalten. Wenn ich jedoch gelernt habe, wie die Menschen dort denken, wie sie sich selbst verstehen und die Welt begreifen, kann ich Weisheit weitergeben.

Wir wachsen nicht für Andere, schon gar nicht für das BIP oder die Volldemokraten. Wir haben den Auftrag zu wachsen und zu reifen, für uns selbst. Das aber können wir nicht im Außen, sondern nur im Inneren. Dafür müssen wir eine gewisse Genügsamkeit lernen, mit dem Außen zufrieden zu sein, und endlich, endlich an uns selbst denken, statt an noch mehr Konsum. Und ja, am Schluß steht die Ernte. Wir ernten, was wir gesät haben, was wir wachsen und reifen ließen. Bei der Ernte, wenn dieses Leben endet, werden wir, was wir sind. Wir hatten ein ganzes Leben Zeit gehabt, um das Richtige zu sein.
Michael Winkler

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