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Zwickauer Terrorzelle „NSU“: Das Rätsel der „Nazi-RAF“

Filed under: allgemein,Demokratie — vom Hofwart @ ´

nsu-baerNeun Morde an Kleinunternehmern und einer Polizistin, Bombenanschläge, Banküberfälle: Die Liste der Verbrechen, die dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) zur Last gelegt werden, ist lang. Ab 1999 soll die „Zwickauer Terrorzelle“ eine beispiellose Blutspur durch die Republik gezogen haben. Seit der radikalmarxistischen „Rote Armee Fraktion“ (RAF) hat keine politisch-kriminelle Gruppierung die Bundesrepublik so in Atem gehalten.

Im Jahr 2011 endet die Irrfahrt von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in einem Neubaugebiet im thüringischen Eisenach. Eine Polizeistreife stellt die zwei Männer nach einem Banküberfall. Obwohl doch beide gewöhnlich rücksichtslos von der Schusswaffe Gebrauch machen, bis an die Zähne bewaffnet sind und 2007 in Heilbronn die Polizistin Michele Kiesewetter in ihrem Streifenwagen erschossen haben sollen, geben sie nach einer Verfolgung durch zwei Streifenpolizisten – trotz Fluchtoptionen – kampflos auf. Der Showdown fällt aus: Unfassbar. Zeugen, die einen dritten Mann am Tatort gesehen haben wollen, werden später ausgeblendet.

Jede Menge Beweise trotz Flammeninferno

Das abgestellte Wohnmobil der beiden mutmaßlichen Todesschützen soll hingegen Schauplatz eines Doppelselbstmords geworden sein. Nur wenige Stunden später geht eine Wohnung in Zwickau in Flammen auf: Komplizin Beate Zschäpe soll ihr Heim in Brand gesteckt haben, um Beweismittel zu vernichten. Wie sie die Nachricht vom Ende ihrer Gefährten in Eisenach erhält, ist bis heute ungeklärt. Die Wohnung brennt fast völlig aus – und erweist sich im Nachhinein doch als „Schatzkammer“, in der 2500 Beweismittel den schweren Brand, der mehrere Löschzüge beschäftigt, überdauert haben. Wie schon aus den verbrannten Resten des Wohnmobils wird auch aus den verkohlten Trümmern der Wohnung eine ominöse „Bekenner-CD“ geborgen – unversehrt.

Sie taucht fast zeitgleich mit der Sicherstellung durch die Polizei in linksextremen Kreisen auf, wird vom Spiegel gekauft und medial verwertet: Die „Nazi-CD, abgrundtief zynisch, aus der Wohnung der Killertruppe“. Monate später findet man auf einer sichergestellten Festplatte eine Art Video-Zugabe, die nun Spiegel-TV „exklusiv“ vorliegt und vom linksextremen Antifa-Journalisten Andreas Speit begutachtet wird („noch menschenverachtender“). In dem gesamten (nie veröffentlichten) Film-Oeuvre des „NSU“ präsentiert die Comicfigur „Paul Panther“ diverse Fernsehberichte über die Mordserie. So zynisch die Amateurfilme wirken, entscheidend ist: Sie bieten kein exklusives Täterwissen.

V-Männer bauten mit Staatsgeld Naziszene auf

Rückblende: Das Trio fällt zum ersten Mal Ende der neunziger Jahre auf. Der Verfassungsschutz (VS) des Landes Thüringen stößt im Zuge der Überwachung der Neonazi-Szene auf drei Desperados, deren Vorliebe für Sprengstoff die Runde macht. Der VS ist gut informiert, denn zahlreiche Thüringer Neonazis stehen auf der geheimdienstlichen Lohnliste. Der Staat ist großzügig: Die Szenegröße Tino Brandt kassiert von ca. 1995 bis 2001 zehntausende Euro. Vor der Kamera schwafelt er medienaffin vom „befreiten“ Thüringen. Die „Thüringer Nazi-Gefahr“ und damit ein sich verstärkender Kreislauf nimmt Fahrt auf. Wo die „Nazi-Gefahr“ droht, muss mehr und mehr observiert werden, also arbeiten bald über 40 Szenegrößen in Teilzeit für den VS. Ihre Gagen investieren sie freihändig in den Aufbau der Nazi-Szene. Quasi-Beamter Brandt gibt heute unumwunden zu, dass er das Geld für den Aufbau der Gruppierung „Thüringer Heimatschutz“ und private Annehmlichkeiten ausgab. Im Jahr 1998 experimentiert das Trio mit Sprengstoff, die Polizei findet auf einem Grundstück in Jena Rohrbomben. Ein angeblich banaler, aber schwerer Fehler verhindert jedoch den Zugriff: Obwohl man die „Bombenküche“ aufdeckt, verhaftet man die mutmaßlichen Bombenbauer nicht. Angeblich hat man nur einen Durchsuchungs-, jedoch keinen Haftbefehl zur Verfügung. Das Trio versteht richtig: Es taucht professionell ab.

Mit dem damaligen Chef des Thüringer VS, Helmut Roewer (von  1994 – 2000 in Amt), nehmen die Eltern Kontakt auf. Sie bitten ihn um Vermittlung. Er soll „den Drei“ aus „der Sache heraushelfen“. Naivität verzweifelter Eltern – oder mehr? Die fast schon skurril wirkende Bezeichnung „NSU“ taucht laut Roewer erst nach dem Ende in Eisenach auf, das Trio hat sich selbst nie so genannt. „NSU“ – ein Medienkonstrukt? Der erfahrene VS-Mann, der sich über Jahre dem Einfluss der Parteipolitik erwehren muss, pocht darauf, dass man bereits in seiner Amtszeit auf die Spur der Täter kam. Sie wird aber nicht konsequent weiter verfolgt, verliert sich im Behörden-Nirwana. Die Zelle bewegt sich deshalb im Untergrund frei und ungestört – lange Jahre, völlig unbemerkt.

Terror ohne Bekenntnis

Die Morde haben nach dem Willen der mutmaßlichen Täter – trotz ungeheuerlicher Sprengkraft – keine politisch-gesellschaftlichen Folgen. Man verzichtet auf Bekennerschreiben, in der Geschichte des Politterrors einmalig. Denn: Terroristen sind Gaukler, ihre Taten lösen erst durch mediale Verstärkung gesellschaftliche und politische Spannungen aus. Brutale, aber klandestine Gewalttaten haben – soviel Trauer und Verzweiflung sie bei den Angehörigen auch hinterlassen – keine Wirkung auf die Öffentlichkeit. Beispiel „RAF“: Die linksextreme Gruppierung liefert ihre Bekennerschreiben stets nach: Die Spuren marxistischer Politschulung, intellektueller Hybris und die Großmannssucht selbsternannter „Revolutionäre“ verschränken sich zu verqueren Bekenntnissen. Den linksextrem-revolutionären Teilen der 68er-Szene dienen sie als motivierende Devotionalien. Prominentes Mitglied: Joseph „Joschka“ Fischer. Der ungelernte Gossenrevolutionär ist tief verstrickt in einen fast tödlichen Brandanschlag auf einen Polizisten und den Mord an Hans-Herbert Karry (FDP), der durch mehrere Schüsse aus kurzer Distanz regelrecht hingerichtet wird (Frankfurt, 1976 bzw. 1981). Welche Rolle Fischer im Spannungsfeld zwischen 68er-Studenten, „Revolutionären Zellen“ und den Terroristen der „RAF“ spielt, ist bis heute unklar. Er schweigt, die „Leitmedien“ sind seltsam desinteressiert, Alt-68er-Geist prägt die Redaktionen.

Im Jahr des Abtauchens der „Zwickauer Zelle“ wird Fischer erster Grüner Außenminister. Beate Zschäpe sorgt zu dieser Zeit dafür, dass sich das Untergrundleben angenehm gestaltet, es wird durch Urlaubsaufenthalte an der See aufgelockert. Zahlreiche Bilder belegen Surfurlaube und gemütliches Beisammensein. Angeblich – so die von den „Leitmedien“ kolportierte Behauptung – ist das Unterstützernetz 200 Personen groß, konzentriert sich hauptsächlich auf zwei kleinere Bundesländer. Dimensionen, die eine Geheimhaltung zum ständigen Drahtseilakt werden lassen mussten. Geheimdienstexperten gehen indes davon aus, dass Straftäter dieses Kalibers, die sich über zehn Jahre im Untergrund aufhalten können, gedeckt werden – von wem?

Fragen und Zweifel werden ausgeblendet

Kassel, im Jahr 2006: Hier kommt es zu einer bizarren Begegnung, die so ungeheuerlich ist, dass man sie als filmreif festhalten muss: In einem heruntergekommen Internetcafe surft Andreas Temme (VS Hessen) auf Dating-Seiten, als der Besitzer Halit Yozgat erschossen wird (nach ihm benennt die Stadt später einen Platz). Die Zeitschrift Compact hat nach Analyse zahlreicher Tatort-Bilder festgestellt, dass der hessische VS-Agent quasi über die Leiche des Türken gestiegen sein muss, als er das Weite sucht. Temme sagt nicht aus, er versteckt sich bis heute in den Tiefen der Behördenlandschaft. Der Mord an Yozgat markiert angeblich das Ende des „ausländerfeindlichen“ Teils der „NSU“-Tatserie. Böhnhardt oder Mundlos soll geschossen haben. Der Kreis schließt sich schließlich fünf Jahre später in Eisenach. Einzige Überlebende: Beate Zschäpe, medial zur „Nazibraut“ erklärt.

Sie steht bald in München vor Gericht, der Prozess beginnt am 17. April. Zschäpes Rolle ist unklar: Mitwisserin, Unterstützerin, ahnungsloses Liebchen? Klar ist: Zschäpe war eine zeitlang V-Frau in Diensten des Thüringer VS (letzter Kontakt: 2004), eine Analogie zur „RAF“-Terroristin Verena Becker? Bis heute wird weder diese Tatsache, noch werden die Anrufe des sächsischen Innenministeriums bei der „Nazi-Braut“ thematisiert – die Fakten stören die „Story“. Deshalb ist ausgeschlossen, dass in München die „Zwickauer Zelle“ enträtselt wird, ausgeblendete Fragen und bizarre Merkwürdigkeiten thematisiert werden. Es sei denn Zschäpe packt aus. In ihrem konkreten Fall ist die Beweislage fast schon als dünn zu bezeichnen. Justiz, „Leitmedien“ und Parteipolitik sind sich jedoch nur über die Sitzvergabe im Gerichtssaal uneins, sonst haben sie sich auf eine offiziöse „Story“ festgelegt. Fragen und Zweifel werden nun „staatstragend“ ignoriert. Gleichgültig wie das Urteil ausgeht: Die „Nazibraut“ wird garantiert nicht mehr Außenministerin.

unzensuriert.at

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3 Kommentare »

  1. Interessant ist, dass die angeblichen Nazi Terroristen eben niemanden in Atem gehalten haben, da keiner wusste, dass diese Morde auf das Konto einer Nazi Terrororganisation zurück gingen.
    Schon putzig, Terroristen ziehen eine angebliche Blutspur durch die BRD und keiner weiß von Ihnen.
    Anscheinend sind Nazis selbst zu blöd dazu Terror zu üben ( Ironie aus )

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