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Freiheit oder Dirigismus (von Michael Winkler)

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Im Wahlkampf 1980, als Strauß gegen Schmidt um die Kanzlerschaft angetreten ist und die CSU noch Christlich Soziale Union bedeutet hatte, lautete der Wahlkampfspruch „Freiheit oder Sozialismus“. Damals stand die Mauer noch, Erich Honecker war zwar der böse Feind, aber gleichzeitig auch Staatsmann der Nachbarrepublik. Sozialismus war rechts, zumindest auf der Landkarte, also Osten, und Freiheit links, also Westen. Laut Franz-Josef ging es damals darum, die Werte des freiheitlichen Westens gegen jene des sozialistischen Ostens zu verteidigen, die sein Gegenkandidat und Bundeskanzler immer mehr preisgeben wollte. Von einer Wiedervereinigung wurde nur auf Sonntagsreden gesäuselt, offiziell ging es um „Wandel durch Annäherung“, um den „Brüdern und Schwestern jenseits des Eisernen Vorhangs“ das Los ein wenig zu erleichtern.

Heutzutage stehen die Buchstaben eher für „Chaotische Seehofer-Union“, wobei „Christfreie Sozialistische Union“ den Zustand der Partei ebenfalls beschriebe. Nach der Wiedervereinigung (eigentlich eine Teilvereinigung, da die unter polnischer bzw. russischer Verwaltung stehenden Ostgebiete noch nicht wieder dazugehören) haben wir die meisten Untugenden der DDR übernommen, einschließlich Angela Merkel. Allerdings herrscht Reisefreiheit, wer will, kann am Strand von Rimini, Ibiza, Miami, den Kanaren, den Malediven oder den Seychellen mittels all-inclusive abgeschirmt von Land und Leuten seinen Horizont in Bars, Diskotheken und Hotelpools mit Meerblick erweitern.

Diese so offensichtliche äußere Freiheit lenkt davon ab, daß die innere Freiheit immer stärker eingeschränkt wird. Die scheinbar siegreiche BRD ist zu einer neuen DDR geworden, in der jegliche Meinungsfreiheit laut Grundgesetz unter Regelungsvorbehalt gestellt wird. Es gibt viel mehr Fernseh- und Radiosender als je zuvor, auch der Zeitungsmarkt ist noch immer gut bestückt. Doch überall werden gleichlautende Nachrichten gleichlautend kommentiert; die Nachrichten orientieren sich zwar nicht mehr an der Prawda, dafür an der Nachrichtenagentur Reuters, die wie so vieles in den USA Juden gehört und die jüdische Weltsicht verbreitet. Der einzelne Journalist mag durchaus intelligent sein und begreifen, was in der Welt um ihn herum geschieht, doch wenn er ein offenes Wort wagt, riskiert er seine Anstellung im Medienkartell und seine Existenz. Er zieht es folglich vor, seinen Judaslohn als Pressehure zu beziehen, anstatt auf der Straße zu sitzen. Wenn nicht er, so würde sich jederzeit ein Anderer, ja ein Dutzend Anderer finden, um für etwas Geld die Wahrheit zu verfälschen.

Anders als in der DDR sind bei uns die Einkaufsläden üppig gefüllt, der Mangel wird auf andere Art erzeugt. Ja, wir haben Rentner und Pensionäre, die Zugvögeln gleich, den Winter in wärmeren Gefilden genießen. Und ja, es gibt Angestellte, die das Geld schneller verdienen, als es ihre auf Luxus dressierte Familie ausgeben kann. Das jedoch ist eine dünne Schicht der Privilegierten, der weitaus größere Teil der Bevölkerung muß sich einschränken. Dem Kleinrentner nutzen die vollen Regale nichts, sein Konsum richtet sich nach dem leeren Geldbeutel. Niemand verhungert, gewiß, doch der Hartz-IV-Empfänger oder der Mindestlohnbezieher kann mit der freien Auswahl, die ihm die Konsumgesellschaft bietet, nichts anfangen.

Politisch werden wir von sechs sozialistischen Einheitsparteien regiert. Galt es früher, für die sozialistischen Bruderstaaten im Warschauer Pakt einzustehen, so stehen wir heute für die bedürftigen Staaten Europas ein, um als Schuldenunion gemeinsam unterzugehen. Als FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda stand Angela Merkel in unverbrüchlicher Solidarität zur großen Sowjetunion, als Bundeskanzlerin steht sie in unverbrüchlicher Solidarität zum Existenzrecht Israels.

Die Parteien des Bundestages hetzen zum „Kampf gegen Rechts“, obwohl sie sich allesamt der Hochfinanz und den Banken ausgeliefert haben, zu jenem Bündnis, das Mussolini als Faschismus bezeichnet hatte. Durch Steuern und Abgaben entzieht die Politik dem Volk immer mehr Mittel, um diese dann mit großartiger Geste umzuverteilen. Solidarität und Integration sind die hehren, auf Sockel gestellten Werte, für die immer mehr Geld eingezogen und ausgegeben wird.

Die alte DDR sah sich als sozialistischen Staat, der sich zu einem vollkommeneren System weiterzuentwickeln suchte, dem Kommunismus, dem Paradies auf Erden. Eine solche Weiterentwicklung ist für die real existierende BRD nicht vorgesehen, und doch läßt sie den Sozialismus hinter sich und geht zum Dirigismus über.

Begeben wir uns in die Vorzeit, in ein Dorf, das in Mesopotamien liegen mag, in Indien, in Ägypten, mitten in Deutschland oder auch in Südamerika. Wir leben in der Jungsteinzeit, Ackerbau und Viehzucht sind längst bekannt. Das Dorf führt ein Häuptling, ob nun in Erbfolge oder frei gewählt, außerdem gibt es einen Schamanen, Medizinmann oder Priester. Der Priester beobachtet die Zeichen der Natur, er bestimmt die Zeit der Aussaat und der Ernte. Der Häuptling organisiert die Vorratshaltung und die Verteilung dieser Vorräte. Alles gehört allen, wir bewegen uns nahe am Kommunismus. Und doch gibt es bereits Spezialisten in diesem Dorf. Es gibt den besten Töpfer, den besten Speermacher, den besten Korbflechter, den besten Steinaxtproduzenten. Sie alle arbeiten ein bißchen weniger auf den Feldern und erhalten trotzdem den gleichen Anteil an der Ernte, weil sie für ihre Mitmenschen Gefäße, Speere, Körbe und Werkzeuge herstellen. Der Priester wird für seinen Kontakt mit den Geistern belohnt, der Häuptling für seine Amtsführung.

Obwohl wir mit diesem Dorf der Gesellschaft der Gleichen sehr nahe kommen, gibt es leichte Ungleichheiten, entsprechend dem Können und der Begabung der Menschen. Nun breche die kollektive Geistesverwirrung aus und das Dorf wagt geschlossen einen zivilisatorischen Sprung: es ernennt einen Gleichstellungsbeauftragten, der die einzelnen Berufe bewerten und gewichten soll. Dieser neue Beamte teilt die Ernte in 1.000 Anteile auf. Die ersten zehn davon gehen an den Gleichstellungsbeauftragten, dessen verantwortungsvolles Amt es ihm nicht erlaubt, auf den Feldern zu arbeiten. Häuptling und Priester erhalten jeweils zwanzig Anteile, dafür müssen sie ab jetzt einen Lehrling ausbilden. Töpfer, Speermacher, Korbflechter und Axtproduzent bekommen ebenfalls festgelegte Anteile und Lehrlinge. Der Rest des Dorfes bleibt Bauern und Viehzüchter, sie ernähren nun die Spezialisten und deren Lehrlinge mit.

Es sieht alles aus wie zuvor, und doch: Mit dem Gleichstellungsbeauftragten ist ein Parasit entstanden, der alle Anderen dirigiert und sich dafür bezahlen läßt. Das Beispiel läßt sich ohne jede Mühe begreifen und es zeigt eines unmittelbar einsichtig: Umverteilung kostet Geld. Selbst wenn wir sie absolut primitiv gestalten, kostet sie Geld und Zeit. Vor 50 Jahren wurde der Lohn mittels einer wöchentlichen Lohntüte ausbezahlt, in bar. Lassen wir die Arbeiter auf den Nachhauseweg beim Lehrer vorbeischauen und dort zwei Prozent ihres Lohnes in bar abliefern, als Schulgeld. So kommen wir ohne Staatsapparat und Beamte aus, und doch: der Lehrer führt Buch, er hakt ab, wer ihn bezahlt hat. Der Nachhauseweg jedes Arbeiters dauert ein wenig länger und der Lehrer kann an diesem Nachmittag nur kassieren, nicht unterrichten und vermutlich auch nicht Hefte oder Arbeiten korrigieren.

Auf dem Weg von der Jungsteinzeit (vor dem Gleichstellungsbeauftragten!) zum heutigen Informationszeitalter ist der Staat entstanden, eine Organisation, die geschaffen wurde, um die Gemeinschaftsaufgaben zu regeln. Ursprünglich sollte der Staat als Serviceagentur dienen, am Ende hat er sich zum Herrscher aufgeschwungen. Aus den Kriegern, welche die Bauern des frühen Mittelalters zu ihrem Schutz bezahlt hatten, wurden bald die Feudalherren, denen diese Bauern als Leibeigene gehörten.

Betrachten wir den Obrigkeitsstaat par excellence, das Deutsche Reich von 1871 bis 1918. Darüber entstanden so schöne Bonmots, wonach der Deutsche davon träumt, hinter einem Schalter zu sitzen und dazu verdammt ist, vor einem Schalter in der Schlange zu stehen. Laut dem Evangelium nach Guido Knopp, auch „political correctness“ genannt, gab es damals in Deutschland den Adel, die Soldaten, die Beamten und die Untertanen. Wenn vor einem Wort wie „Korrektheit“ ein einschränkendes Attribut gesetzt wird, dürfen wir davon ausgehen, daß die eingeschränkte, in diesem Fall politisch gewollte Korrektheit eine uneingeschränkte Inkorrektheit beschreibt.

Das Deutsche Reich, mit fast 65 Millionen Einwohnern, mit einem deutlich größeren Staatsgebiet und Kolonien, kam mit 500.000 Beamten aus! Es gab damals keine elektronische Datenverarbeitung, nur Briefpost und D-Züge, Telegraphen und erst sehr spät Telephone. Jeder Lehrer war ein Beamter, jeder Briefträger, jeder Bahnwärter. Ziehen Sie diese Beamten ab, dann bleiben für die gefürchteten Schalter nicht mehr viele Verwaltungsbeamte übrig. Trotzdem fühlte sich niemand im Deutschen Reich schlecht oder unzureichend verwaltet. Dafür benötigte das Reich eine Einkommenssteuer von ungeheuren 4%, die wirklich nur Großverdiener abführen mußten.

Wir haben heute im Staat der political correctness und uneingeschränkten Inkorrektheit über vier Millionen Beamte – plus wahrer Horden Angestellter und Arbeiter im öffentlichen Dienst. Datenverarbeitung, Fax und Videokonferenzen, ICE und Flugverbindungen – die moderne Technik verleiht einem heutigen Verwaltungsbeamten eine derartige Vielfalt an Arbeitsmitteln, daß seine Produktivität verglichen mit Kaisers Zeiten ums Doppelte, wenn nicht gar ums Fünffache gestiegen ist. Und natürlich sind wir, laut uneingeschränkter Inkorrektheit, der freieste Staat auf deutschem Boden. Für dieses Monster leisten die Bürger Summen an Steuern und Abgaben, die früher nicht einmal in Kriegszeiten eingefordert worden sind.

Dirigismus beginnt immer ganz harmlos. Die Sankt-Adalbero-Kirche in Würzburg ist Ihnen sicher kein Begriff, sie eignet sich aber besser als Beispiel als die Al-Dschihad-Moschee in Mittelmietraching oder die Jom-Kippur-Synagoge in Nordoosterstedt, da bei der Kirche keinerlei widersinnigen Emotionen beherrscht werden müssen. Sagen wir, die Adalberokirche benötige 60 Millionen Euro für eine Generalsanierung, was umgelegt einen Euro pro Erwachsenen in Deutschland ergibt. Dummerweise muß der Betrag eingetrieben werden, was beträchtlichen Aufwand verursacht, wir sind nun bei 120 Millionen. Aber da sind ja auch Muslime, Atheisten, Protestanten, Juden, Politiker und Obdachlose darunter, also müssen wir die Aktion auf die 15 Millionen zahlungsfähigen Katholiken begrenzen. Damit wären wir bei acht Euro angelangt, was immer noch tragbar wäre. Nun steht die Kirche in Würzburg, was kümmert das einen Katholiken in Köln, Paderborn oder auch nur Bamberg und Aschaffenburg? Bleiben also eine Million Katholiken übrig und… Haben Sie den üblen Trick bemerkt? Die Kosten für die Eintreibung des Geldes sinken natürlich, nur leider nicht so stark wie erhofft. 60 Millionen für das Gebäude, 15 Millionen für die Verwaltung der Aktion, darauf dürfte es hinauslaufen. 75 Euro auf einmal blättern die Wenigsten hin, also läuft das auf 5,00 Euro oder 2,50 Euro pro Monat hinaus, was Arbeitsplätze im Diözesanamt sichert.

Natürlich kann man das Geld auch für sinnvollere Zwecke nutzen, zum Beispiel um Gastarbeiter anzuwerben. Ja, das drückt Arbeitslöhne, und wieso 1962 Türken in ein bereits weitgehend wiederaufgebautes Land geholt worden sind, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter betrachten. Jedenfalls endete mit der Ankunft der Türken das Wirtschaftswunder. Man wollte den Türken etwas Gutes tun, deshalb hat man beschlossen, daß alle Angehörige eines hier lebenden und vielleicht sogar arbeitenden Türken auch in der Heimat beitragsfrei über die deutsche Krankenversicherung versichert sind. Während ein Deutscher über die Familienmitversicherung gerade seine Frau und seine Kinder abdecken kann, gilt das bei seinem türkischen Kollegen auch für dessen Eltern und Großeltern, seine Geschwister, seine Kinder und die Kinder seiner Geschwister. So braucht niemand hinfahren um herauszufinden, in welchem Verwandtschaftsgrad Selim Ceylan zu Ali Öztürk steht, es wird einfach bezahlt.

Dann haben Sozialisten entschieden, daß die Gastarbeiter nicht nur arbeiten und schlafen sollen, sondern auch ein Familienleben haben dürfen. Also wurde die ganze Familie nachgeholt. Und wenn die Kinder heiraten, dürfen sie gerne nach Hause fahren, dort „Ja, ich will“ sagen und anschließend die nächste Familie nachziehen lassen. Sollten die jüngeren Familienmitglieder kein Deutsch sprechen, ist das eben Sache der deutschen Schule, die faulen linksgrünen Lehrerinnen sollen sich gefälligst ein bißchen mehr Mühe geben und nicht ständig für politische Pöstchen kandidieren.

Die bekannteste Wurst dafür heißt Salami. Nehmen wir eine richtig große, einen Meter lang. Unsere Maschine schneidet ganz dünn, jede Scheibe ist nur einen halben Millimeter dick. Jede einzelne Scheibe macht der großen Salami scheinbar nichts aus, doch mehr als 2.000 Scheiben kann man trotz dieses optischen Effektes nicht herunterschneiden. Jeder Ausländer in Deutschland verursacht neben den Kosten für seinen Lebensunterhalt Kosten in der Verwaltung. Von den Ausländern lebt eine ganze Herde von Parasiten, die nichts anderes tun, als den Ausländern in irgendeiner Form dienstbar zu sein. Wobei diese Dienstbarkeit sogar ein Gefängniswärter sein kann, der kriminelle und erstaunlicherweise trotz der betriebsblinden deutschen Justiz verurteilte Ausländer bewacht.

In jedem einzelnen Punkt gilt es zu entscheiden, ob wir uns die „staatliche Wohltat“ wirklich leisten wollen. Im privaten Bereich gibt es eine einfache Formel: Sie legen Ihren eigenen Stundenlohn fest und überschlagen, wie lange Sie für eine bestimmte Arbeit brauchen. Rasenmähen eine Stunde, mal 20 Euro (inklusive Strom und Abnutzung des Rasenmähers) – der Gärtner kostet mit An- und Abfahrt 80 Euro, also sollten Sie es selbst übernehmen. Verlegen einer Wasserleitung, inklusive Feuerwehreinsatz und Renovierungsaufwand nach Wasserschäden: 5.000 Euro, also besser den Installateur ranlassen, der das gelernt hat und nach drei Stunden und 200 Euro fertig ist.

Den Staat brauchen Sie, um Straßen zu bauen, um Lehrer auszubilden und um Grundbücher zu führen. Aber brauchen wir den Staat, um die mittelalterliche Zunftordnung aufrecht zu erhalten? Selbst wenn Ihre Mutter die besten Weihnachtsplätzchen der Welt backt, wenn sie keine Bäcker- oder Konditorenmeisterin ist, darf sie diese nicht verkaufen. Betrachten wir die Gammelfleisch-Skandale oder die Schließung einer Großbäckerei, so sehen wir, daß die schöne Zunftordnung uns auch nicht schützt. Wenn Mamas Plätzchen keine Liebhaber finden, stellt sie den Verkauf von selbst wieder ein, und wenn die Kunden davon krank werden oder sich unübliche Zutaten wie Rattenkot darin finden, wird die gute Mama dafür bestraft. Es regelt sich von selbst, ohne staatliche Vorgaben. Wenn Mamas Plätzchen einschlagen, wird daraus vielleicht ein Großbetrieb, mit Meister und Fachkräften.

Jede zusätzliche Genehmigung, jede weitere Auflage, jede neue Behörde, die sich einmischt, kostet Geld, das einem Unternehmen fehlt. Keine Behörde hat die Menschen in diesem Land vor betrügerischen Banken geschützt, vor Firmen, die das Geld der Anleger regelrecht verbrennen, ohne jemals Gewinn zu erzielen. Behörden verschwenden Geld, trotz aller ach so hochqualifizierten Beamten werden öffentliche Bauprojekte immer teurer und später fertig als versprochen.

Der Dirigismus äußert sich generell in Zwängen. Mehr Frauen in technische Berufe? Gerne, meine Damen! Die Universitäten stehen Ihnen offen, Mathematik, Ingenieurs-, Natur- und Technikwissenschaften bieten freie Studienplätze. Und danach raus auf die dreckige Baustelle, rein ins stinkende Labor, ran an die lärmenden Maschinen. Wenn Sie das wollen, herzlich willkommen! Aber zeigen Sie dann bitte Kreativität und Innovationskraft, eine Frauenquote braucht kein Mensch, nur bessere Techniker und Ingenieure.

In Bayern kennen wir den Professor h.csu., aus der DDR haben wir den Doktor h.fdj. bekommen. Versorgungspöstchen für verdiente Politik-Funktionäre brauchen wir nicht, auch die Beförderung nach Parteibuch hat sich überwiegend als Negativauslese erwiesen. Frauen-, Behinderten-, Idioten-, Migranten-, Schwulen- und Dackel-Quoten mögen zwar Statistiken schönen, doch wer einen Dackel aus Gründen der schöneren Statistik einstellen muß, bekommt dadurch selten einen qualifizierten Facharbeiter.

Sind alle Frauen-, Behinderten-, Idioten-, Migranten-, Schwulen- und Dackel-Quoten erfüllt, wird der Unternehmer radikal auf die Leistungsfähigkeit der Rest-Arbeiter schauen, denn neben den ganzen Quoten-Parasiten benötigt er jemanden, der wirklich arbeitet. Und sollte er einen weiblichen, schwulen, debilen Dackel finden, mit Migrationshintergrund und Behinderung, der tatsächlich produktiv arbeitet, kann er fünf Quoten-Parasiten rauswerfen, weil dieser wunderbare Dackel für alle sechs Quoten zählt.

Wir hatten in Deutschland ein Bildungssystem, das den Anforderungen einer modernen Wirtschaft vollauf genüge getan hat. Haupt- und Realschulen, gefolgt von den Berufsschulen, haben Spezialisten ausgebildet, die weltweit ihresgleichen nicht gefunden haben. Der deutsche Handwerker war kein tumber Nichtakademiker, sondern eine hochqualifizierte und bestens ausgebildete Fachkraft. Wo Diskussionswissenschaftler nur Zeit und Geld verbraten, hat er mit seiner Hände Arbeit aufgebaut und Bleibendes geleistet. Es schadet nicht, wenn ein Koch das Gymnasium absolviert und mit dem Abitur abschließt, doch auf der Universität wird er nicht einmal lernen, einen Grießbrei zuzubereiten. Seine Ausbildung erfährt er in der Lehre und der anschließenden Wanderschaft, um sein Wissen in fremden Küchen, unter neuen Lehrmeistern zu vervollkommnen.

Bildung wird nicht wirklich in Titeln und Abschlüssen gemessen, sondern in dem, was jemand kann. Bildung hat etwas mit Auslese zu tun, denn Auslese begegnet uns in der Natur überall. Wir sind jedoch Menschen, also sind wir nicht verpflichtet, dem Darwinismus zu huldigen und nur die Besten überleben zu lassen. Wir können uns Förderschulen für Hochbegabte leisten, aber auch Förderschulen für Menschen mit Lernschwierigkeiten – und für solche, die kein Deutsch können. Es ist Dirigismus, völlig idiotischer Dirigismus, die Hochbegabten auf das Niveau der Sonderschüler abzubremsen, Kinder, die im Elternhaus exzellentes Deutsch gelernt haben, mit Kindern zusammenzustecken, die Deutsch nur in rudimentären Ansätzen beherrschen. Da hilft keine „Integration“, da ist eher die Unbeugsamkeit preußischer Feldwebel vonnöten, um rasche Erfolge zu erzielen.

Was ein schöner Bildungstitel wert ist, haben wir bei dem Ex-Doktor h.csu., summa cum laude, von und zu Guttenberg gesehen. Als Minister hat er arbeiten lassen und Chaos angerichtet, beim Truppenbesuch in Afghanistan ist der Herr mit Ehefrau und Hofnarr Kerner angereist. Seine Nachfolger mußten erst einmal die Schäden beseitigen, die der abgeschossene Politik-Star in zwei Ministerien hinterlassen hatte. Jeder Handwerker mit einfachem Volksschulabschluß hätte sich da besser angestellt.

Deutsche Kinder sollen den Eltern entrissen werden, in staatlichen Kindertagesstätten, Kindergärten und Ganztagsschulen zu besseren Menschen erzogen werden? Hatten wir alles schon, ist längst gescheitert. Damit wurden keine guten Sozialisten, Kommunisten oder Nationalsozialisten herangezogen. Funktioniert hat das in preußischen Militärschulen, um Unteroffiziere auszubilden, deshalb wird das in den USA noch immer praktiziert. Ausländerkinder in solche Erziehungsanstalten zu stecken und erst wieder herauszulassen, wenn sie vernünftiges Deutsch gelernt haben, wagen unsere sonst so dirigistischen Gutmenschen natürlich nicht vorzuschlagen.

Wir leben in einer Zeit der Überregulierung. Wenn Sie eine bestimmte Strecke durch Ihre Heimatstadt mal ein, zwei Jahre nicht fahren, stellen Sie fest, daß dort, wo es noch nie nötig war, neue Ampeln aufgestellt worden sind. Sie dürfen Ihr Haus nicht bauen, wie Sie es für richtig halten, sondern so, wie es die Bauordnung mit ihrem umfangreichen Regelwerk vorschreibt. Sie haben gefälligst die Lampen zu benutzen, die Ihnen aus Brüssel erlaubt werden, und auf gar keinen Fall die bösartigen, hochgefährlichen Glühbirnen.

Freiheit ist Selbstbestimmung, doch sie ist noch viel mehr als das. Freiheit bedeutet Verantwortung, Unfreiheit Bequemlichkeit. Ein Wolf braucht ein Rudel, da seine Freiheit zahlreiche Aufgaben mit sich bringt. Er muß sein Futter selbst erjagen, seine Jagdgründe gegen andere Wölfe behaupten, einen Unterschlupf für sich selbst und seinen Nachwuchs finden, schlechtes Wetter und verschneite Winter überstehen. Der moderne Großstadt-Haushund bekommt sein Futter serviert („für kleine Hunde mit großen Ansprüchen“), sein Lager ist gerichtet, er wird ausgeführt und lebt sorgenfrei. In der Wildnis ausgesetzt, also freigelassen, wäre er nach ein paar Tagen verhungert, aufgefressen oder überfahren.

100% Freiheit und Unabhängigkeit sind heutzutage fast unmöglich, denn das hieße, fernab aller Zivilisation alles selbst herzustellen, was man benötigt. Schuhe, Kleider, Werkzeuge, Nahrung – alles. Sie dürften höchstens ein bißchen schummeln und das, was Sie zum Leben in dieser Eigenständigkeit benötigen, vor Ihrem Einsiedlerdasein einkaufen. Denken Sie an das Dorf aus der Jungsteinzeit: auch da gab es schon Spezialisten. Wenn Ihre selbstverfertigten Speere immer irgendwie krumm ausfallen und recht unsauber fliegen, dürfen Sie gerne so frei sein, bei dem Speermacher bessere Exemplare einzutauschen. Ein paar Abhängigkeiten gibt es immer. Ihre Kinder hören die Geschichten der Ahnengeister ja auch vom Dorfschamanen.

Der Wolf ordnet sich dem Rudelführer unter, weil er als Teil des Rudels erfolgreicher ist als ganz allein. Er bleibt trotzdem ein freier Wolf. Was wollen Sie sein? Wolf oder Schoßhund? Da Sie arbeiten müssen, dürfte die Ameise angemessener sein. Die Uhr diktiert Ihren Lebenstakt. Sie stehen auf, fahren zur Arbeit, essen in der Abfütterungsanlage zu Mittag, kaufen auf dem Nachhauseweg das, was Ihnen Ihr Fernseher empfiehlt, legen sich daheim vor eben dieses Gerät, das Ihnen die Meinung über die Welt vorgibt und ansonsten versucht, möglichst viele Ihrer Sinne und Gefühle zu betäuben. Amerika ist gut, die Sowjetunion böse. Die DDR war auch böse, aber sie gehört jetzt zur guten Seite. Hitler war ganz böse, Ihre Eltern und Großeltern ebenfalls und Ihr Urgroßvater wurde als Preuße schon in Uniform und Pickelhaube geboren. Die Welt kann so einfach sein, für eine Ameise.

1984, Schöne neue Welt, Metropolis – Zukunftsvisionen eines Ameisenstaates gibt es genug. Der entrechtete, seiner Individualität beraubte Mensch wird darin beschrieben. In diesen Romanen und Filmen ist der befürchtete Zustand bereits erreicht, alles ist eingetroffen, hat sich zum Schlechtesten gewendet. Aber niemand kann eine einen Meter lange Salami auf einen Happs verspeisen. Eine der 2.000 Scheiben geht jedoch ganz unproblematisch. Wie viel von Ihrer Freiheit, Ihrer Selbstbestimmung wollen Sie aufgeben?

Nach 100 Scheiben fällt auf, daß die Wurst ein bißchen kürzer geworden ist. Nach 500 Scheiben ist die Wurst immer noch lang, aber schon ein Viertel von ihr ist verschwunden. Die Scheiben 501, 502 und 503 fallen nicht weiter auf. Jene, die Ihnen die Salami wegfuttern, malen Ihnen immer aus, welch enorme Gegenleistung Sie dafür erhalten. Die ersten türkischen Gastarbeiter wurden Ihnen als willige Helfer untergeschoben. Das Sozialabkommen zu Lasten Ihrer Krankenkasse wurde beiläufig abgeschlossen, nicht wirklich erwähnt. Eine Scheibe wurde offiziell abgesäbelt, vier weitere nebenbei, ganz unauffällig.

Der Familiennachzug wurde als großzügige Leistung herausgestellt, und wer ist nicht gerne großzügig? Von abgehängten Kreuzen in Klassenzimmern war damals nicht die Rede, auch nicht von Gebetsräumen in Schulen, Moscheen in Ihrer Nachbarschaft, Schulklassen, in denen Deutsch weder gesprochen noch verstanden wird. Das alles wurde stillschweigend mit ins Land geholt. Jugendliche Intensivstraftäter, volle Gefängnisse, eine Justiz, die Deutsche hart bestraft und Ausländern Mengenrabatt gewährt, das alles hat Ihnen niemand angekündigt. Und wenn heute Zweit-, Dritt- und Viertfrauen ins Land geholt werden, die alle als „alleinerziehende Mütter“ von der deutschen Sozialkasse leben, anstatt wie im Islam vorgesehen von der Arbeit ihres Mannes, so verdanken wir auch das dem Familiennachzug.

Es wäre ungerecht, diese Auswüchse den Ausländern vorzuwerfen. Wie wir an Politikern und Bankern sehen, gibt es genug Deutsche, die alle Möglichkeiten schamlos ausnutzen, um in die eigene Tasche zu wirtschaften. Die berühmte Made im Speck ist dorthin gelangt, weil jemand zugelassen hat, daß eine Fliege auf dem Speck ihr Ei ablegen konnte. Deutsche Politiker haben das alles eingeführt und zugelassen, deutsche Richter und Staatsanwälte haben das Recht gebeugt und eine Ungleichheit vor dem Gesetz eingeführt. Wenn eine türkisch-stämmige Ministerin ihre Landsleute nach Kräften fördert, kann ihr das niemand verdenken. Wenn jemand den Bock zum Gärtner macht, braucht er sich danach nicht zu wundern, wenn die Gemüsebeete kahlgefressen sind.

Der eine ist 1,70m groß, der andere 2,10m. „Kleines dickes Müller“ war ein großartiger Fußballer, Dirk Nowitzki ein hervorragender Basketballer. Unter dem Korb wäre der gute Gerd nicht zum „Bomber der Nation“ geworden, und auf dem Fußballfeld hätte jeder zu gerne den langen Dirk umgesäbelt und ihn Gras fressen lassen. Jeder Mensch hat seine Talente, und wenn wir ihm die Freiheit geben, diese Talente zu nutzen und zu entwickeln, wird aus diesem Menschen ein Könner. Werfen wir ihn jedoch in die Mühlen der Bürokratie, nach dem absolut idiotischen und vielfach widerlegten Satz, daß alle Menschen gleich seien, bekommen wir eine frustrierte Ingenieurin für Maschinenbau, die nach zwei Berufsjahren ihren Job an den Nagel hängt und künftig nur noch Hausfrau und Mutter sein will.

Der Weg in die Knechtschaft wird immer als Entmachtung von oben beschrieben. Der Herzog oder König gibt seinen besten Kämpfern die besten Waffen, Rüstungen und Pferde; damit diese Krieger sich nicht mit Landwirtschaft plagen müssen, sondern sich permanent für den Kampf stählen, werden ihnen Land und Leute zugeteilt, die sie versorgen sollen. Die nunmehrigen Fronbauern bauen ihren Herren Zwingburgen, mittels derer sie als Leibeigene beherrscht werden. Der Weg von unten führt aber genauso in die Feudalgesellschaft. Der freie Germanenkrieger hatte seinen Speer und einen Holzschild. Schwert, Helm, Rüstung und Metallschild waren zu teuer, wenn er sie nicht von den Römern erbeutete. Nach der Völkerwanderung seßhaft gewordene Bauern wollten nicht mehr so gerne in den Krieg ziehen, also legten sie lieber zusammen und statteten die besten Kämpfer mit teuren Waffen aus, und der Herzog war’s zufrieden. Allzu sicher waren die Zeiten nicht, also bauten die Bauern zu ihrer eigenen Sicherheit Wehrkirchen und schließlich Burgen, in denen sich die Krieger bereithielten, falls Feinde die Bauern bedrohten. Jeder einzelne Schritt, jede kleine Preisgabe der Freiheit erschien logisch, begründet und richtig. Trotzdem endeten die Bauern als Leibeigene ihrer Krieger.

Wir stehen heute mehr denn je vor der entscheidenden Wahl zwischen Freiheit und Dirigismus. Wir haben ein paar Gastarbeiter geholt und heute leben 20% Ausländer im Land. Was einst christlich gewesen war, wird heute als jüdisch, westlich, islamisch oder sonstwas betitelt. Unser Schulsystem wurde kaputt reformiert, unsere Universitäten überschwemmen das Land mit Diskussionswissenschaftlern, die nur dank des sozialindustriellen Komplexes ein Auskommen finden und uns einreden, wir bräuchten noch mehr von ihnen. Jede Leistung, die wir nicht selbst erbringen, müssen wir bezahlen. Und wir müssen obendrein für die Verwaltungsbürokratie bezahlen, die das Geld dafür eintreibt und weiterverteilt.

Das Kaiserreich kam mit wenigen Beamten und geringen Steuern aus, trotzdem war es führend in Bildung und Wissenschaft. Es hatte Großbritannien wirtschaftlich überholt, mußte nur den vielfach größeren USA den Vortritt lassen. Ja, man durfte den Kaiser nicht beleidigen und Gott nicht lästern, doch über die Regierung durfte man nach Herzenslust schimpfen. Es gab internationale Zeitungen zu kaufen, selbst während des Weltkriegs. Der ach so restriktive Obrigkeitsstaat gewährte Freiheit in Kunst und Wissenschaft, in Handel und Wirtschaft, in Bildung und Zugang zu Informationen, die wir heute längst nicht mehr haben.

Ich möchte eines der Vorzeigeprojekte des modernen Sozialstaates herausgreifen, die bruttolohnbezogene Rente. Diese Rente ist sicher, sie hat Kriege und Zusammenbrüche überstanden und sie wird in alle Ewigkeit funktionieren. Warum? Jeder Einzelne, der später einmal Rente beziehen will, gibt dafür Geld ab. Dieses Geld wird von einer Bürokratie eingesammelt und dafür erhält der Geber Anwartschaften. Das eingesammelte Geld wird von derselben Bürokratie an die Rentner verteilt. Sie geben 100 Geldeinheiten, bekommen dafür einen Anwartschaftspunkt, 10 Geldeinheiten verbrät die Bürokratie und 90 Geldeinheiten erhält Ihre Mutter als Rente. Ohne die Bürokratie, wenn Sie direkt geben, bekäme Ihre Mutter die vollen 100 Geldeinheiten.

Jetzt sagt der sozialindustrielle Komplex: Moment, wir bezahlen aber auch an Kinderlose und Bedürftige! Richtig, nur: Der Kinderlose hätte das Geld, das er nicht für seine Kinder ausgegeben hat, ansparen können, dann würde er jetzt davon leben anstatt sich vom Geld anderer Leute bezahlen zu lassen. Und der Bedürftige bekommt kaum Geld aus der Rentenkasse, sondern Sozialhilfe, genauso wie der 20jährige „Zuwanderer“, der noch nie in Deutschland gearbeitet hat. Die Bürokratie und die Rentengesetze wären weitgehend überflüssig, wenn wir stabiles Geld hätten, man also jede Mark, die man als Zehnjähriger in seine Sparbüchse steckt, als Siebzigjähriger wertgleich ausgeben könnte. Das Kaiserreich hat diese Geldwertstabilität 44 Jahre lang durchgehalten, die BRD hatte von Anfang an ständig Inflation.

Stellen Sie sich stabiles Geld vor und jemanden, der seine Rente selbst anspart, wobei die Arbeitgeberanteile ebenfalls in diese Kasse fließen. Es gibt keine Zinsen, denn diese sind nicht nötig, da das Geld stabil ist. Es gibt folglich keine Einkünfte, nichts muß versteuert oder per Antrag steuerbefreit werden. Nun kann diese Person entscheiden, ob sie mit 50, 60 oder 70 in Rente gehen möchte. Was sie nicht aufbraucht, fällt an die Erben. Und wenn sie zu viel verbraucht, dann wird sie, genau wie heute auch, ein Sozialfall. Und nun wird es spannend. Mit 42 Jahren erhält der auf seine Rente sparende Mensch das Angebot, einen Betrieb zu übernehmen. Er kann sein Rentenkonto auflösen und damit sein eigener Herr werden, mit der Aussicht auf das doppelte Einkommen. Bei der staatlichen Rente ist nichts da, was Sie für diese großartige Gelegenheit nutzen können. Natürlich gibt es dabei ein Risiko, und jeder sollte es sich genau überlegen, was er machen wird. Aber er KANN es, und er braucht keine Bank dafür.

Das Kaiserreich hat die Krankenkassen eingeführt, und ja, diese Versicherung ist sinnvoll, so wie eine Haftpflichtversicherung. Sie können die meisten Arztrechnungen privat bezahlen, die Beträge sind gar nicht so hoch. Sie können ebenso gut die kaputte Brille bezahlen, an der Sie schuld sind. Bei einer Krebsoperation kommen jedoch schnell 10.000 Euro zusammen, und da benötigen Sie die Solidaritätskasse. Und wenn nicht nur die Brille, sondern auch das Auge dahinter beschädigt wird, benötigen Sie die Haftpflichtversicherung. Das sind die kleinen Grenzen der Freiheit, die von der Wahrscheinlichkeit eher selten eintretenden Risiken, welche die Finanzkraft des Einzelnen übersteigen.

Die meisten Versicherungen und staatlichen Leistungen sind jedoch überflüssig. Jede Leistung kostet Geld, und jede Leistung erfordert eine Verwaltung, die diese Mittel den Bürgern abnimmt, sich selbst damit versorgt und am Ende weniger bei den Bedürftigen ankommen läßt, als die Geldgeber bezahlt haben. Dirigismus bedeutet Entmündigung, entfesselte Politiker, die das Steuergeld mit vollen Händen ausgeben, um noch mehr Macht in ihren eigenen Händen anzusammeln.

Haben Sie schon einmal einen verfetteten Schoßhund gesehen? Der mit rasselndem Atem nur wenige Meter an der Leine laufen kann und ansonsten im Kinderwagen gefahren werden muß? Können Sie sich einen ebensolchen Wolf vorstellen? In der Freiheit würde der sofort verhungern, er würde es gar nicht schaffen, so fett zu werden, denn da entkäme ihm seine Jagdbeute. Das Wolfsrudel erhält den Wildbestand in seinem Revier fit und gesund, denn kranke und schwache Tiere werden zur Beute.

Die Freiheit ist der Feind jeglicher Dekadenz. Nehmen Sie einem älteren Menschen alles ab. und er erkrankt an Alzheimer. Ohne die ständige Umsorge hätte er sein Gehirn länger intensiv benutzt und wäre länger gesund geblieben. Auf der anderen Seite, wie viel Menschwürde verbleibt einem Insassen einer Altenbewahranstalt? Statt in Würde zu versterben, werden die Alten wie Gegenstände hin und her geschoben, ohne daß sie etwas mitbekommen zwangsgefüttert und als noch atmende Leichname auf ihre Zimmer weggesperrt. Wir zwingen Schwerbehinderte, die schon unmittelbar nach ihrer Geburt intensive Pflege erfordern, zu einem Leben, das ein bloßes Vegetieren ist, und nur Arbeitsplätze im sozialindustriellen Komplex sichert. Ein mir ausgelieferter Behinderter sichert mir Macht über dessen Familie und über die Allgemeinheit, die meine aufopferungsvolle Pflege bezahlen muß und mich gefälligst dafür zu bewundern hat!

Wir haben heute mehr Möglichkeiten zur Freiheit als je zuvor. Die moderne Technik erlaubt uns, von zu Hause zu arbeiten. Die Zeiten, in denen der Chef zufrieden lächelnd die durch das Werkstor strömenden Scharen seiner Arbeiter beobachtet hat, sind vorbei. Ebenso die Zeiten, in denen das Lohnbüro die auf der Stechkarte gestempelten Zeiten von Hand zusammengezählt hat, um die Arbeitsstunden zu ermitteln. Wozu Frauen in Büros treiben, wenn es nur wenig mehr kostet, einen Arbeitsplatz bei ihnen zu Hause einzurichten? Da kann sich Mama um ihre Kinder kümmern, nebenbei, ohne eine Kindertagesstätte zu benötigen. Sie arbeitet vier Stunden bei kleinen Kindern, sechs Stunden bei Grundschulkindern und Vollzeit, wenn der Nachwuchs älter geworden ist.

Überhaupt, wir können die Arbeit viel besser organisieren. 20 Millionen Vollzeitler (40 Stunden), 10 Millionen Teilzeitler (20 Stunden) und 10 Millionen Arbeitslose (0 Stunden)? Das ergibt 1.000 Millionen Arbeitsstunden pro Woche, besser verteilt wären das 25 Stunden für alle 40 Millionen. Ich gebe zu, das ist eine Milchmädchenrechnung, aber wir müssen darüber nachdenken, die Arbeitszeiten flexibler zu gestalten, denn auch das ist Freiheit. Warum sollte ein Ingenieur nicht bis 75 arbeiten, mit einer Zehn-Stunden-Woche? Nicht verpflichtend, sondern freiwillig, weil er sich das zutraut? Wer muß einen Dachdecker mit 60 noch aufs Gerüst jagen? Es wäre besser, wenn er zwölf Stunden pro Woche Lehrlinge betreut und denen die Erfahrung seiner Lebensarbeit vermittelt. Da war man sogar in der Jungsteinzeit weiter, da hätte man keinen gebrechlichen Alten mit auf die Jagd genommen, sondern ihn im Dorf die Jungen ausbilden lassen. Jeder kann von Nutzen sein, solange wir ihn nicht bedrängen, sich ausnutzen zu lassen.

Die Freiheit wird gerne als „Neo-Liberalismus“ dargestellt, als Ausbeutertum der Reichen. Deswegen müßten sich die Arbeiter zu Gewerkschaften zusammenschließen, als Gegenmacht, um sich der verhaßten Kapitalisten erwehren zu können. Der Gedanke ist durchaus richtig, doch sobald sich die Gewerkschaften etabliert hatten, entwickelten sie ein Eigenleben. Da wurde mit dem Geld der Arbeiter Politik betrieben, so wie bei der CDU/CSU gerne die Konfession auf den Wahlprospekt geschrieben wird, bekennt man sich bei der SPD zur Mitgliedschaft in der Gewerkschaft. Von den Beiträgen der Arbeiter haben die Gewerkschaftsbosse Unternehmen gegründet – und gegen die Wand gefahren, weil Gewerkschafter andere Qualitäten haben als Unternehmer.

Wir leben nicht mehr im England des 19. Jahrhunderts, nicht mehr zu Zeiten eines Karl Marx. Der Großbetrieb, in den Zehntausende strömen, ist längst Geschichte geworden. Kleine Belegschaften könnten sich jederzeit selbst organisieren, ihre eigene Gewerkschaft bilden, ohne einen Wasserkopf an Verwaltung aufzubauen und ohne als Startrampe für eine politische Karriere zu dienen. Es geht nicht um den Nutzen, den die Arbeiter für ihre Gewerkschaftsbosse haben, sondern um den gerechten Lohn. Die Arbeiter wissen, wie gut ein Betrieb im Geschäft ist, sobald die Buchhaltung mitzieht, wissen sie auch, wie sehr sich ihre Arbeit lohnt. Absprache und Solidarität untereinander, Augenmaß und Vernunft, dann lohnt sich der Betrieb für alle. Wir haben die Freiheit, uns gemeinsam zu einigen, das funktioniert aber nur, wenn alle zusammenarbeiten.

Der Televisor hat heute noch keinen Rückkanal, die Bürger werden anderweitig überwacht. Doch der bestehende Kanal, über den die offizielle Regierungspropaganda verbreitet wird, die Meldungen, die Reuters in die Welt setzt, genügt vollkommen. Sich hinsetzen, mit Fußball, Talkshows, Quizsendungen und seichter Musik berieseln lassen – es ist so einfach. Brav das Gehirn abschalten und bei US-Filmen die Guten auf alles schießen lassen, was sich bewegt, bis es aufhört, sich zu bewegen. So geht der Abend vorbei, selbst wenn dazu kein Bier mehr getrunken wird. Dabei genügte es, einfach mal ein wenig weiterzuschalten, und schon fließen echte Informationen auf uns ein. Es genügte, bei den Nachrichten ein wenig genauer hinzuhören, sich einfach zu merken, was gestern, was letzte Woche, letzten Monat gesagt worden ist, und schon fällt das Kartenhaus der Lügen zusammen.

Die Freiheit wird Ihnen nicht geschenkt, denn an Ihrer Freiheit verdienen nur Sie selbst. Beim Dirigismus ist das anders, dafür, daß Sie gegängelt und am Nasenring durchs Leben geführt werden, müssen Sie bezahlen und Menschen, die meistens im Hintergrund bleiben, verdienen daran prächtig. Noch sind Sie nicht völlig domestiziert, noch sind Sie nicht völlig zum Hausschwein mutiert, das im Wohnzimmer gehalten und bei Bedarf geschlachtet wird. Sie haben das Recht, ein Wolf zu sein, niemand kann Sie zum Schoßhündchen degradieren, außer Sie selbst.

Es geht um Freiheit oder Dirigismus. Schon jetzt tanzen Ihnen die Politiker auf der Nase herum, verkünden ganz dreist, daß sie sich an jene Wahlprogramme, wegen denen Sie Ihr Kreuz für eine Partei aufgemalt haben, schon am Wahlabend nicht mehr gebunden sehen. Ihre Rente ist sicher? Ja, aber in welcher Höhe? 1.000 Euro? 500 Euro? 200 Euro? Selbst wenn nur 50 Euro pro Monat bezahlt werden, ist das eine sichere Rente. Und Ihre Ersparnisse sind ebenfalls sicher. 20.000 Euro auf der Bank bleiben 20.000 Euro, ob Sie sich davon einen Neuwagen oder ein Hühnerei kaufen können.

Das passiert, wenn Sie Ihre Freiheit aus der Hand geben. Der Wolf wollte ursprünglich nur versorgt werden, es bequemer haben. Dafür bewachte er die Herden der Menschen, deren Haus und Hof, wurde zum Gefährten bei der Jagd. Der Mensch hat daraus den Mops gezüchtet, den Pekinesen, den Dackel… Vom Wolf ist nichts mehr zu sehen, seine Nachfahren kennen nur noch Leine und Maulkorb.

Jedes bißchen Bequemlichkeit verkauft Ihnen der Staat teuer, mit schönster Regelmäßigkeit zu teuer. Sie trauen sich nicht zu, selbst für Ihr Alter zu sparen? Sie überlassen das lieber dem Staat, der für Ihre Steuern atomwaffenfähige Unterseeboote an ein Land verschenkt, das seit seiner Gründung unablässig Kriege führt? Sie vertrauen einer Währung, die andauernd gerettet werden muß, damit sich irgendwelche Politiker, die ihr Land in die Pleite gewirtschaftet haben, auf ihren Pöstchen halten können? Sie haben Ihre Eltern und Großeltern gekannt und glauben trotzdem Ihrem Fernseher, daß die allesamt Verbrecher waren? Daß sie willig einem durchgeknallten und blutrünstigen Diktator gefolgt sind, der sie in jeder Hinsicht mißbraucht hat? Sie glauben, daß die Deutschen vor 100 und vor 80 Jahren nach der Weltherrschaft gegiert haben, anstatt in Ruhe und Frieden leben zu wollen? Gratuliere, Sie sind bei Ihrer eigenen Verhausschweinung schon sehr weit gekommen. Ich hoffe, Ihr Metzger kann mit dem Bolzenschußgerät gut umgehen, wenn Ihre Stunde kommt.

Die gute Nachricht ist, daß Sie jederzeit Ihr Gehirn wieder in eigener Regie übernehmen können. Noch dürfen Sie selbst denken, noch dürfen Sie ausbrechen, wenn man Sie fremdsteuern möchte. Darf ich mich als Beispiel empfehlen? Ich war ein richtig guter Untertan, habe brav meine Kreuzchen bei der CSU abgeliefert, Strauß, Kohl und Stoiber gewählt, meine Meinung aus dem Fernseher und auf Parteiversammlungen bezogen. Ich hatte Lebens- und Unfallversicherungen, einen Bausparvertrag und Telekom-Aktien. Allerdings habe ich 1992 meine erste Goldmünze gekauft – und meinen ersten Maria-Theresia-Taler schon 1980, als er besonders teuer gewesen war. 2002 wurde ich entlassen und habe zum ersten Mal überlegt, ob ich mich um die schnelle Rückkehr ins Joch bemühen soll oder mehr Freiheit wagen möchte.

Ich habe zwei Jahre gebraucht, bevor ich den ersten Pranger geschrieben habe, dieser hier ist der 400ste. Ich habe meine Bedürfnisse reduziert und mich in der Freiheit eingerichtet. 2006 habe ich den Polizeiknüppel abbekommen, bin geschockt ein paar Monate offline gewesen, doch dann habe ich mich wieder aufgerafft. Dieser sogenannte Staat kann mich einsperren, aber mir nicht mehr meine Freiheit nehmen. Er kann mich sogar umbringen, na und? Dann erfahre ich, ob meine Angaben in der „Spirituellen Welt“ richtig sind. Das eine oder andere Jahrzehnt Urlaub auf den Inseln der Seligen würde ich mir dann gönnen.

Aber das ist mein Weg, den Ihren müssen Sie selbst finden. Erfolg heißt, einmal mehr aufzustehen als auf die Schnauze zu fallen. Und Sie dürfen sogar winselnd auf die Knie sinken und sich weinend im Staub wälzen – wenn Sie bereit sind, bei der nächsten Gelegenheit wieder aufzustehen und Ihren Weg fortzusetzen. Wenn Sie sich die innere Freiheit erwerben, sind Sie frei, sogar in Ketten. Sie betrachten die Welt mit anderen Augen, mit Ärger, Abscheu und Mitleid, aber auch mit Hoffnung und Zuversicht.

Die Freiheit ist ein Wagnis, und keiner wird Ihnen mehr geben, als Sie für sich einzufordern wagen. Die Freiheit finden Sie nicht auf Mallorca und den Seychellen, der erweiterte Horizont wartet auf Sie in ihrem heimischen Wohnzimmer. Ihr lokales Käseblättchen enthält mehr als Sie glauben, sogar Ihr Fernseher sagt Ihnen mehr, als Sie üblicherweise heraushören. Noch mehr finden Sie im Internet, Sie brauchen keine obskuren Lokalitäten mehr aufzusuchen, keine „Schwarzbücher“ zu erwerben, keine konspirativen Zellen aufsuchen. Sie bekommen alles frei Haus geliefert.

Der Weg in die Freiheit beginnt mit dem ersten Schritt. Bei Hunden können Sie des öfteren folgende Beobachtung machen: Der Vierbeiner bellt auf einen Artgenossen ein und zerrt an der Leine, will sich auf den anderen Hund stürzen. Dann wird er von der Leine gelassen – und schlagartig friedlich. Solange er es nicht kann, will er kämpfen, aber wenn er endlich darf, dann überlegt er sich sein Vorhaben neu, denn jetzt kann der fremde Wuffi zurückbeißen.

Die Entscheidung für Freiheit oder Dirigismus müssen Sie allein treffen, für sich selbst. Niemand kann Ihnen diese Entscheidung abnehmen. Sie können als Schaf im Stall und auf der Koppel leben, mit der Herde laufen, sich immer schön unterordnen. Oder als Wolf die Freiheit genießen, weniger abgesichert, sich selbst verantwortlich. Dann sehen Sie Wälder und Felder, die Welt in ihrer ganzen Größe und Schönheit. Die Freiheit ist ein Abenteuer, das Sie nur erleben können. Ein Abenteuer, das jederzeit beginnen kann. Warum also beginnen Sie nicht…

JETZT?

Michael Winkler

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