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Glockenläuten gegen Demokratie, Recht und Anstand

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Früher dienten die Glocken der Kirchen hauptsächlich dem Zweck, die Gläubigen zum Gottesdienst in die Kirchen zu rufen. Nebenher verkündeten sie Freud und Leid, sie warnten vor Feuer und Feind. Inzwischen dienen sie auch der Verkündigung einer neuen Form der evangelischen Religionsausübung, nämlich der des praktizierten Hasses.

Für den 18. August 2010 hatte der Landesverband der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) auf dem Marktplatz der Stadt Laucha eine Solidaritätskundgebung für den staatlich verfolgten Schornsteinfegermeister Lutz Battke angemeldet und unter zahlreichen Auflagen auch genehmigt bekommen. Um – nach eigenen Aussagen – gegen diese genehmigte Kundgebung vorzugehen, hatte ein Konglomerat aus Kirche und 14 (!) Vereinen und Verbänden in die am Lauchaer Marktplatz liegende Stadtkirche St. Marien eingeladen. Zu der Veranstaltung fanden sich unter dem Dach des Gotteshauses und davor etwa 100 Besucher ein, mehrheitlich gut bezahlte „Kämpfer gegen Rechts“ und deren staatlich alimentierte Trabanten. Darunter auch Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann und sein Adlatus, Staatssekretär Rüdiger Erben. Beachtenswert ist dabei, dass weder Hövelmann noch Erben Zeit hatten, vor einigen Tagen bei den im Krankenhaus liegenden Polizeibeamten vorbei zu schauen, welche bei einem von Ausländern verübten Überfall in Wernigerode schwer verletzt worden waren.

Doch die Gegenveranstaltung beschränkte sich nicht nur auf den klassischen „Ringelpietz mit Anfassen“, Kaffeetrinken vor´m Altar und Kumbaja-Gesängen. Die Pfarrerin der Marienkirche, Anne-Christina Wegner, hatte sich in perfekter Perfidie auch noch einen neuen Verwendungszweck für das stimmgewaltige Geläut ihres Gotteshauses ausgedacht. Und so erklangen – nur einige Male für wenige Minuten unterbrochen – über rund drei Stunden die bronzenen Stimmen vom Turm der Marienkirche. Einwände einiger NPD-Funktionäre gegen diese vorsätzliche Störung einer genehmigten politischen Kundgebung nahmen die zahlreich vor Ort anwesenden Polizeibeamten nur sehr zögerlich und offensichtlich auch ungern entgegen. Dies bekommt dann besondere Brisanz, wenn man weis, dass eine der Eingangs erwähnten behördlichen Auflagen für die NPD lautete, den Lauchaer Marktplatz bei Rede- und Musikbeiträgen mit maximal 85 Dezibel zu beschallen. Für die Störenfried-Pastorin Wegner galt dies offensichtlich nicht, und so werden sich jetzt die Gerichte mit der Berufs-Christin beschäftigen müssen. Sachsen-Anhalts NPD-Landesvorsitzender Matthias Heyder erstattete gegen Wegner Strafanzeige und behielt sich Schadensersatzansprüche ausdrücklich vor. Diese könnte die Pfarrerin möglicherweise von den Spenden bezahlen, welche sie im Rahmen ihrer „Anti-Rechts-Veranstaltung“ für die Flutopfer in Pakistan eingenommen hat. Heyder kündigte an, sie im Erfolgsfall an die Flutopfer in Sachsen weiter zu reichen und sich zusätzlich mit einer Beschwerde an die Dienstherrin der Lauchaer Pfarrerin zu wenden.

Für ihren Antritt zur Landtagswahl am 20. März 2010 muss die NPD in Sachsen-Anhalt insgesamt 5500 Unterstützerunterschriften sammeln. Während der Kundgebung auf dem Lauchaer Marktplatz sprachen sich 141 Lauchaer und Unstruttaler für den Einzug der NPD in den Landtag aus und gaben dafür ihre Unterschrift. Danke, Laucha!

NPD-Landesverband Sachsen-Anhalt
Michael Grunzel
Pressesprecher

NPD Sachsen-Anhalt

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