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Wenn Wahrheit sanktioniert wird – bundesdeutsche Realitäten

Filed under: Demokratie — von Volksgenosse @ ´

Dresden nach der Bombardierung 1945

Im Rahmen einer schulischen Projektwoche zum Thema Dresden und 13.Februar 1945 hatte eine 16-jährige junge Frau einen Vortrag ausgearbeitet. Die Themenbereiche, in welche sie das objektive Referat gegliedert hatte lauteten: Bombardierung der Stadt vom 13.02. bis 15.02.1945, Fakten zu Dresdens militärischer Bedeutung, Zerstörungsmuster und der Umgang mit der Zerstörung Dresdens heute. Ein kurzer Überblick über die entsprechende Ausarbeitung, in deren Folge die im Jahr 2010 real existierenden Deformierungen im Umgang mit den Opfern des eigenen Volkes deutlich werden, soll nachfolgend auszugsweise widergegeben werden.

Es war der Februar 1945, das 6. Kriegsjahr. Überall tobten die Schlachten, die Truppen des Deutschen Reiches standen in heftigsten Abwehrschlachten gegen die sowjetischen Fronten. Jeden Tag starben Tausende von Vätern, Ehemännern und Söhnen als Soldaten im Kampf oder in Gefangenenlagern. Millionen von Zivilisten aus Pommern, Schlesien, Posen (ostpreußische Gebiete) flüchteten mit oft nicht mehr als ihren Kleidern am Leib aus den bedrohten Gebieten. Doch wo sollten sie hin? Tausende von Deutschen Dörfern, Klein- und Großstädten, wurden von den heutigen Befreiern Tag und Nacht bombardiert, sowjetische Panzertruppen walzten Hunderte und Tausende von Flüchtlingen nieder, getrieben von grenzenlosem Hass. Städte wie Schweinfurt, Hamburg, Köln und Berlin waren hoffnungslos überfüllt und zudem stark beschädigt.

Bis Februar war die Landeshauptstadt Sachsens ein bis dahin halbwegs sicherer Zufluchtsort und Standpunkt von zahllosen Sammelpunkten deutscher Sanitätsanlagen, die Tausenden von verwundeten Soldaten, traumatisierten und geschändeten Zivilisten Schutz und Zuflucht boten. Wichtige militärische Anlagen die für den Krieg maßgeblich entscheidend waren, gab es in Dresden kaum. Am 13.02.1945 (einem Dienstag) kamen amerikanische Bomberflotten, begleitet von Jagdbombern, die allein dafür gebaut wurden aus großen Höhen herabzustürzen, um Bunker und Panzerstellungen anzugreifen. Doch diesmal sollten sie einmal mehr beweisen, wozu sie noch imstande waren.

Bomber warfen Zielmarkierungen über Dresden ab und beleuchteten Dresden taghell. Dann warfen die Befreier ihre Bomben ab, vernichteten bis zum 15.02.1945 in mehreren Angriffswellen eine der ehrwürdigsten und schönsten Städte der Welt, wovon sie sich nie wieder erholen sollte. Die Bomberflotten der Amerikaner, die laut Geschichtsbüchern der Bundesrepublik Deutschland den Befehl hatten kriegswichtige Fabriken anzugreifen, schickten ihre Begleitmaschinen durch brennende Gassen und schossen vom Rotkreuz gekennzeichnete Lazarette, gekennzeichnete Straßenbahnen und Feuerwehrfahrzeuge in Brand. Dresdens Hauptbahnhof war Sammelstelle der mit dem Zug ankommenden Flüchtlinge aus dem ganzen Reichsgebiet. Jäger schickten Zielkoordinaten an Bomber, um Massenansammlungen von Zivilisten in Asche zu brennen. Ganze Jägerstaffeln kreisten an den Elbbrücken, der Brühlschen Terrasse oder am Neumarkt um Flüchtlinge, die dachten am Elbufer sicher vor den Bombern zu sein, zu jagen.

Eine kurze, beinahe peinlich wirkende Pause entsteht, bis die Lehrerin die unausweichliche Frage nach den Todesopfern des 13.02.1945 stellt. Die Schülerin fasst sich ein Herz, antwortet wahrheitsgemäß. Genau könne sie das nicht mit Bestimmtheit sagen, da die Opferzahlen bis heute umstritten sind. Die Opferzahlen von 35.000 oder gar 30.000, die in der Presse überall zu lesen sind, hält sie für weit untertrieben, da es zu jenem Zeitpunkt hunderttausende von Flüchtlingen in der Stadt gab. Eine Zahl von mehr als 100.000 Opfern hielte sie für realistisch. Röte steigt der Lehrerin ins Gesicht, sieht sie doch ihren Bildungsauftrag, die in ihre Obhut übergebenen Schüler zu guten Demokraten zu erziehen, gefährdet. Mit dem Hinweis sich eingehender mit der Kriegsschuldfrage und der Rolle der Befreier zu beschäftigen und ihren von Halbwahrheiten und Legenden gespickten, kriegsverherrlichenden Vortrag das nächste Mal besser auszuarbeiten, erteilt sie der Schülerin einen – wenn auch nur mündlichen – Verweis.

Viele junge Leute wissen, bis auf den Schulunterricht (wenn überhaupt), nur sehr wenig bis gar nichts über den 13.02.1945. Gegenüber der Erlebnisgeneration und den Millionen Opfern unseres Volkes im letzten Krieg eine beschämende Tatsache. Wer hat den Krieg denn angefangen? Das mit den Tieffliegern ist doch von den Deutschen erfunden um die Opferrolle zu propagieren! Das sind die Methoden der Umerziehung unseres Volkes. Die Lehrerin, die schweigend in Kauf nimmt wenn Schüler makabere Witze über den Inhalt dieses Vortrages reißen, gleichzeitig aber diejenigen zwanghaft zu disziplinieren versucht, welche die Befreier Mörder nennen ist dabei nur ein Teil des Problems. Die Schülerin hat zumindest erreicht, dass sich einige nach den Fakten ihres Vortrages erkundigten und nun vielleicht anfangen sich mit der Geschichte der Stadt Dresden und ihres Schicksals auseinander zu setzen.

Aktionsbündnis gegen das Vergessen

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